Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

Juncker) oder direkt zwischen Francke und Madai geführt wurden. Daß es jedenfalls in dieser Richtung Ärger gegeben hat, beweist ein Brief Madais vom 1. Dezember 1741 an Francke: „Ich kan nicht läugnen, daß mir nichts unverhoffteres hätte arriviren können, als die Nachricht, daß Ew. Hochwürden an meinen Verrichtungen und Bezeigen eines und das andere auszusetzen hätten, da ich doch versichert bin, daß ich alle meine Bemühung und Absichten zur Beförderung der Ehre Gottes und des Interesse des Waysen­Haußes gerichtet habe : wie ich denn zu solchem Ende meine Arbeit mit Freuden unter Anflehung Göttl. Seegens verrichtet, mein eigen intéresse in vielen Stücken auf die Seithe gesetzet, meine ehemahlige Praxin Medicam eingeschrencket und die Besor­gung meiner Oeconomie von mir abgelehnet habe : nur um mehr Zeit und Kräffte zu ge­winnen, meine function treulich und emsig zu verwalten, besonders da die bisherigen Umstände so wohl mit den H. D. Richter, als auch überhaupt bey fetzigen Krieges­Läufften eine größere Vigilance und Nachsinnen erfordert, den bißher geschenckten Seegen Gottes ferner zu erhalten und solchen durch meine Nachläßigkeit oder Versehen keines­weges zu verschertzen. Ich sehe dennenhero in den Gedanken, es müste jemand daran Schuld seyn, der entweder mein guter Freund nicht ist und an unserer Einträchtig­keit keinen Wohlgefallen bezeiget, oder aber eines und das andre mit andern Augen angesehen und also vielleicht wieder seine intention ungleich angemercket habe." 11 Francke jr. antwortet am 18. Dezember 1741 und verweist Madai erneut an Professor Juncker, mit dem zunächst verhandelt werden soll, versichert ihm jedoch sein volles Vertrauen. Für die weiteren Verhandlungen werden jedoch 12 Grundsätze ( „Gener alia" ) aufgestellt, aus denen aber die Absichten der Anstaltsleitung klar hervorgehen. Die Formulierungen betonen zunächst den gemeinnützigen Charakter der Stiftungen, und daß in diesem Sinne auch die Medikamentenexpedition ge­arbeitet habe. Schließlich liege auch die Erklärung des verstorbenen Hofrats Richter vor, nach der alle Überschüsse des Unternehmens den Anstalten zuflie­ßen sollten; deshalb habe sich das Waisenhaus auch von Dr. Friedrich August Christian Richter, „der solches nicht agnoscieren wollte", getrennt. In diesem Sinne heißt es deshalb ausdrücklich ,,.. . daß man unmöglich aus den Medicamenten eine Familiensache könne machen lassen, als welches obigem Zweck gantz entgegen seyn würde, wie denn auch sonst H. D, Richter gleiches Recht praetendiren könte, so ihm aber von H. Hofr. Madai selbst nicht zu­gestanden worden, folgl. auch von ihm nicht verlanget werden kann, da zumal die Erfahrung an jenem Exempel gelehret was man dabey zu gewarten habe" 12 . Die Richters sind nun jedenfalls aus der Firma ausgeschieden; Madai und die Stiftungen können aber nicht verhindern, daß August Christian Friedrich Richter sich als praktischer Arzt in Halle niederläßt und die von ihm als Fa­milieneigentum angesehenen „Richtersehen Arzneien" weiter offeriert und ver­41 Verwaltungsarchiv der Franckeschen Stiftungen Tit. IX, Sekt. II, Nr. 21, pag. 1-3 42 ebendort pag. 9

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