Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 50. (Budapest, 1969)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Kárpáti Endre: Csecsemő- és gyermekhalandóság két Pest környéki községben a múlt század 70—80-as éveiben

ZUSAMMENFASSUNG Vf., Mitglied des Gesundheitlichen Organisationsinstituts der Budapester Ärzte­wissenschaftlichen Universität wendet seine Aufmerksamkeit der Situation jener unehelichen Kinder zu, welche an der Gynäkologischen Abteilung des Pester Rochus-Spitals in den 70-er und 80-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ge­boren wurden. An diese Abteilung — wo übrigens der weltberühmte Prof. Semmelweis einige Jahre hindurch wirkte — kam als junger Sekundär Mór Szalárdi, der seine ärztliche Studien in Wien und Paris abgeschlossen hatte. In den Nummern vom 22, 9, 18. 19. 10. 1876 der Tageszeitung „Pester Lloyd" veröffentlichte er unter dem Titel „Die ausgestossenen Kinder" das schreckliche Ergebnis seiner Untersuchungen, wonach von 199 Kindern der 53 öfters gebährenden Mütter nur 14 am Leben blieben. Alle 199 Kinder waren unehelich. Szalárdi ging auch der Ursache dieser kläglichen Erscheinung nach. Er entdeckte, dass die Mütter ihre unehelichen Kinder zu ver­pflegen nicht imstande waren, daher sind sie gezwungen jene in „Pflege" zu geben. Die Pflegeeltern sind aber fast ausschliesslich auch selbst arm, denen es nur um das Pfiegegeld geht, und bei denen die Säuglinge teils wegen der künstlichen, schlechten Ernährung, teils infolge schuldhafter Unterlassung bald an verschiedenen Krank­heiten sterben. Vf. untersucht ausführlich die im Archiv des Pester Komitats befindlichen Geburts und Sterberegister der römischkatholischen und der reformierten Kirchengemeinden der am Rand von Budapest liegenden Ortschaften Monor und Üllő. Das so erschliessene Quellenmaterial erhärtet vollständig die vor 100 Jahren machten Feststellungen Szalárdis über die katastrofalen Ausmasse der Mortalität der ausserehelichen Kinder. »

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