Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 48-49. (Budapest, 1969)
KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Derumsz, V. J.: Palaeopatológiai kutatások a Baltikumban (Orosz nyelven)
Zusammenfassung Mit paläontologischen Forschungen, jedoch mit anthropologischem Einschlags wurde im Baltikum in den zwanziger Jahren des XX. Jh. begonnen. Der Erforschung paläopathologischer Fragen wendet man sich in den sechziger Jahren zu. Der Verfasser des vorliegenden Artikels untersuchte 1730 Skelette aus archäologischen Funden auf baltischem Territorium. An Skeletten Jugendlicher des Mesolithikums und des frühen Neolithikums sind Anzeichen vorzeitiger Störungen des Bewegungsapparates vorhanden — deformierende Arthrosen, Spondylosen, Osteochondrosen. Weiter wurden festgestellt: Rachitis, odontogene Osteomyelitis und verheilte Traumen. Bereits im Neolithikum kommt die Bechterewsche Krankheit (Spondylarthritis ankylopoëtica) vor; in den ersten Jahrhunderten u. Z. Knochentuberkulose und Osteomyelitis der langen Röhrenknochen. Einzelne Fälle von Zahnkaries findet man bereits im Mesolithikum, in späteren Jahrhunderten wächst ihre Zahl beträchtlich und erreicht im XVII —XVIII. Jh. bei den untersuchten Skeletten 29%. An Skeletten früher Jahrhunderte wurde eine vorzeitige starke Abrasion der Zähne festgestellt. Anzeichen von chirurgischer Hilfeleistung im Baltikum konnten bis ins Neolithikum zurück verfolgt werden. Den „Knocheneinzenkern" im alten Baltikum waren die Grundlagen der Immobilisation bei Knochenbrüchen bekannt. Angefangen vom IX. Jh. u. Z. wurden Schädeltrepanationen und andere chirurgische Eingriffe mit Erfolg ausgeführt.