Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 46-47. (Budapest, 1968)
TANULMÁNYOK - Regöly-Mérei Gyula: Etikai és morális elemek Semmelweis életművében (Német nyelven)
äusserst gemüthlichen, äusserst guten Mann ... ich beschwöre Sie, Herr Hofrath t machen Sie sich die Wahrheiten zu eigen, welche in meiner Schrift enthalten sind, damit Sie, Ihrem Gemüthe entsprechend, eine Stütze für Ihre neue Ueberzeugung finden mögen in den heiteren Mienen der Wöchnerinnen und — in den lehren Todtenkammem" [20], Gortvay und Zoltán [26] sind auch der Meinung, dass Semmelweis mit den „Offenen Briefen" für das Leben der Mütter kämpfte, und nicht für eine Lieblingstheorie; man kann seiner nur mit der grössten Ehre gedenken, dass er für die wissenschaftliche Wahrheit gegen die grössten medizinischen Mächte seiner Zeit in Kampf zog. Die Anwendung eines neuen Heilverfahrens ist immer eine Gewissensfrage. Auch Pasteur verbrachte schlaflos die Nacht, als ein Kind mit seinem Impfstoff gegen Tollwuth zu erstem Male geimpft wurde. Ärzte machen öfters Selbstversuche. Das Verfahren von Semmelweis bedeutete aber für den Kranken überhaupt keine Gefahr. Schon Eisemann [32], Litzmann [33], die englischen Ärzte [34a, b], Holmes [35, 36] bedienten sich mit Chlorlösungen, die „Medizinischen Jahrbücher des Österreichischen Staates" [36] haben schon 1832 — im Falle von Leichenteilen, Infektionskrankheiten und Seuchen — das Chlorwasser empfohlen, und laut S. Fekete [38] benützte zur Desinfection auch Cederschföld solche Lösungen. Im vergangenen Jahrhundert, ebenso wie früher, kamen an den Gebäranstalten meistens Frauen der Armen und Mädchen zur Aufnahme; die Entbindung der Frauen der Wohlhabenden geschah an ihrer Wohnung. Klinik und Spital macht Semmelweis zum Arzt der Armen. Seine Humanität beweist sich auch in dem, dass er es als einen „Übelstand" [9] bezeichnet, dass Frauen drei Stunden nach der Geburt, wenn auch durch einen geheizten und geschlossenen Korridor, doch zu Fuss in das Krankenzimmer geführt werden. Als er von Wien in seine Vaterstadt übersiedelte, übernahm er unbesoldet die Leitung der Gebärabteilung des Rochus-Spitals in Pest. Auch die Professorenzeit bot Semmelweis Gelegenheit seine Willensstärke und Tatkraft zu beweisen. Zu dieser Zeit stand das Gebäude der Medizinischen Fakultät an der Ecke der Hatvani- und Újvilág-Gassen (der heutigen Kossuth Lajos-Strasse und Semmelweis-Gasse), wo am II-ten Geschoss auch die Klinik für Geburtshilfe untergebracht war. Das verälterte Haus diente einst als Jesuitenkloster, war zum Zweck einer Klinik vollkommen ungeeignet. Die Fenster blickten zum Lichthofe, dorthin blickten auch die Fenster der Aborte. Am I-ten Geschoss war das Chemische Institut, mit ihren Kaminen, am Erdgeschoss die Totenkammer und der Seziersaal, im Hofe der Misthaufen. Trotz den Bemühungen des Professor Balassas, waren die Verhältnisse an der Chirurgischen Klinik auch nicht besser. Semmelweis ist unermüdlich, sein Charakter hält ihn von jeder Verstimmung ferne, schreibt Gesuche, verhandelt in Gesellschaft seines Freundes Balassa beim Statthalterrat. Endlich bringt seine Bemühung Erfolg, die Kliniken für Geburtshilfe und für Chirurgie übersiedeln 1859 in das Kunewaldersche Haus, in die Nähe des Nationalmuseums.