Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 46-47. (Budapest, 1968)
TANULMÁNYOK - Regöly-Mérei Gyula: Etikai és morális elemek Semmelweis életművében (Német nyelven)
standteil des inneren Milieus. Ob man Schmerzen leicht oder eben schwer erduldet, ist eine individuelle Eigenschaft, sie kann sich aber bei derselben Person von Zeit zu Zeit ändern, als Folge der momentan wirkenden somatischen und psychogenen Einflüsse. Medizinwissenschaft bedeutet Erkennen und Klarlegen der Eigenschaften des gesunden und des krankhaftigen Lebens, das Heilen und das Beseitigen der Erkrankungen. Als Kunst ist sie die Beuerteilung jener Varianten, welche durch die individuellen und aktuellen Einwirkungen des Organismus momentan entstehen, und deswegen von allgemein gültigen Regen abweichen. Billroth [10] schreibt in einem seiner Briefe, dass Wissenschaft und Kunst sich von derselben Quelle ernähren. Der Kontakt zwischen Arzt und Kranken, die besondere Sicht der Heilkunde, erlauben meiner Ansicht nach, die Annahme einer speziellen ärztlichen Ethik. Hippokrates [3] war der Meinung, Menschenliebe bringt auch Liebe zur Wissenschaft, mit sich (3, 4, „Vorschrifte für Ärzte" c. VI). Im griechischen Text [3] stehen Philantropia (Menschenliebe) und Philotechnia. Der Ausdruck Techne hat mehrere Bedeutungen, wie Wissenschaft, Kunst, Geschicktlichkeit, Gewerbe. An dieser Stelle sollte das Wort im engeren Sinne die Wissenschaft bedeuten; obzwar es im lateinischen Text der Aphorismen anders übersetzt ist. Der griechische Wortlaut des bekannten Lehrsatzes, welches auch als geflügeltes Wort benutzt wird, lautet nämlich folgend: „ho Mos brachüs hë de technë makrë usw.", demgegenüber heisst es im Lateinischen: „Ars longa vita brevis usw.". Wir schliessen uns jenen Autoren an, welche der Ansicht sind, dass im griechischen Urtext nicht „Kunst" sondern „Wissenschaft" gemeint ist, da der beendigender Teil des Lehrsatzes folgend lautet: „ho de kairos oksüs — hë de peira sphalerë, he de krisis chalepë", d. h. : „der geeigneter Augenblick ist schnell vorbei — die Erfahrung kann sich irren —, die Beurteilung ist mühsam." Die französische Literatur benützt in diesem Zusammenhang öfters den Ausdruck: „feu sacre". Ja, Ethos führt den Theoretiker und den praktischen Arzt zur unermüdlichen Arbeit, zum Leben für Andere. Oft verzichtet der Theoretiker sogar auf Vorteile, welche dem praktischen Arzt leichter erreichbar sind [Koller, 11]. Ziel und Aufgabe der theoretischen Forschungen sind das Behelfen der praktischen Heilkunde. Gibt es für den Arzt ein peinlicheres Gefühl, als jenes der therapeutischen Unbeholfenheit? Ein solches Erlebnis blieb auch dem jungen Semmelweis nicht erspart: „Alles war in Frage gestellt, alles war unerklärt, alles zweifelhaft, nur die grosse Anzahl der Todten war eine unzweifelhafte Wirklichkeit" [9]. Das Glöckchen des mit dem Sterbesakrament zu den Sterbenden eilenden Priesters erweckte bei Semmelweis nicht nur die Gefühle des Mitleides, es war für ihm eine peinliche Mahnung, mit allen Kräften helfen zu wollen [9]. Die Iatrogenic ist die Tragoedie des ärztlichen Wirkens [12]. Denken wir an die schönen Worte des Semmelweis [9] : „Consequent meiner Ueberzeugung muss ich hier das Bekenntniss ablegen, dass nur Gott die Anzahl derjenigen kennt, welche wegen mir frühzeitig ins Grab gestiegen. Ich habe mich in einer Ausdehnung mit