Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 46-47. (Budapest, 1968)
TANULMÁNYOK - Regöly-Mérei Gyula: Etikai és morális elemek Semmelweis életművében (Német nyelven)
Leichen beschäftigt, wie nur wenige Geburtshelfer ... So schmerzlich und erdrückend auch eine solche Erkenntniss ist, so liegt die Abhilfe doch nicht in der Verheimlichung, und soll dies Unglück nicht permanent bleiben, so muss diese Wahrheit zum Bewusstsein sämmtlicher Betheiligten gebracht werden" Man hört und liest oft über Selbsbekenntnisse, jedoch keine dieser überragte die Moralität des Semmelweis. Neuburger [13] schreibt darüber, dass wir von Semmelweis moralische Reinheit erlernten. Und das ist in Wahrheit so. Seine Entdeckung machte ihn unsterblich, das Ethische ist jedoch seine geistige Erbschaft. Helmholtz [14] war der Ansicht, dass die Grundgedanken einer Forschung durch Inspiration oder auch durch absichtlich gestellten Fragen, ja sogar durch den Zufall erweckt werden könnten. Die Semmelweissche Entdeckung war kein Zufall; die Entdeckung für sich, die verwendten Methoden (Beobachtungen beim Krankenbett, Sektionsbefunde, Tierversuche, Statistik) beweisen den Genius und die wissenschaftlich geschulte Denkart. Jede wissenschaftliche Forschung hat aber auch etwas Abstraktes inne: das Ethos, das moralische Weltbild des Forschers. Die Entschlossenheit von Semmelweis, welche ihn für das Wohl aller Mütter zum Kampfe treibt, ist ein wichtiger Bestandteil seiner Moralität. „Retter der Mütter", klingt das heute nicht etwa zu romantisch? Wahrscheinlich ja, und doch ist es die Wahrheit. Mit Recht nennen wir die Besieger der Krankheiten und der Seuchen grosse Wohltäter der gesamten Menschheit. Sie haben unser Leben verschönert und verlängert. Es wäre falsch von einer Rangliste zu sprechen. Wir haben auch kein solches Ziel, Doch eine Erkrankung oder Seuche betrifft nur einen Teil der Menschen, demgegenüber drohte aber das Kindbettfieber allen Frauen der Welt. Erhellend leuchtet das „feu sacre". .. Es kam öfters vor, dass das Ändern einer veralteten wissenschaftlichen Ansicht in mehr Schwierigkeiten stösste (z. B. Vesalius, Harvey oder Robert Mayer), als die Annahme einer ganz neuen Kenntnis. In der Wissenschaft gibt es auch Leute die begabt, oder eben weniger begabt sind, einen breiten oder beschränkten wissenschaftlichen Horizont haben, Kämpfer für das Neue oder Verteidiger, sogar Fanatiker des Veralteten sind. „Engel" und „Teufel" der Wissenschaft wären aber übertriebene Wortbilder. Der Kampf des Neuen und des Veralteten bringt den Zusammenbruch der verwitterten Götzen der Wissenschaft mit sich: diese Behauptung eines Ramón Cajals [15] ist für jeden Wissenschaftszweig gesetzmässig. Die Gegner von Semmelweis gehörten auch nicht in die Reihe der Teufel der Wissenschaft. Die Konsekvenzen des Gegenkampfes waren natürlich tragisch, die Nichtannahme der Semmelweisschzn Lehre kostete das Leben mehrerer tausend Frauen. Der Wiederstand gegen Semmelweis ist auch in historischer Sicht unverständlich, die guten Resultate müssten ja einen jeden überzeugen, auch dann, wenn man die Konzeption selbst nicht annahm, und den Grund des Kindbettfiebers anderswo suchte. Die Bekämpfung des Kindbettfiebers an der Wiener