Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 46-47. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Regöly-Mérei Gyula: Etikai és morális elemek Semmelweis életművében (Német nyelven)

ETHOS UND MORALITÄT IM LEBENSWERK VON SEMMELWEIS von GYULA REGÖLY-MÉREI (Budapest) L eben für Andere, nicht für sich, das ist das Wesen seines Berufes" — schreibt Hufeland [1] vom ärztlichen Stand. — „Nicht allein Ruhe, Vorteile, Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten des Lebens, sondern Ge­sundheit und Leben selbst, ja was mehr als dies alles ist, Ehre und Ruhm muss er dem höchsten Zweck, Rettung des Lebens und der Gesundheit anderer auf­opfern." Klose [2] ist der Meinung, „Ethik heisst also : Dienst an der Menschheit". Der Ärzte-Eid des Hippokrates [3, 4] hebt hervor, dass jede Tätigkeit des Arztes dem Heilen der Kranken diene, alles was schädlich ist, soll das ärztliche Tun verhindern. Darf man aber überhaupt von einer speziellen ärztlichen Ethik sprechen? Ist denn Ethik nicht ein allgemeiner Begriff? Kann vom Standpunkt der Nor­men der Moralität überhaupt ein Unterschied zwischen den einzelnen Gebieten der verschiedenen Berufe bestehen ? Wir wollen uns zuerst mit diesen Fragen beschäftigen. Medizin ist selbstverständlich ein Zweig der Wissenschaften, es bestäht jedoch zwischen der Medizin und allen anderen Wissenschaften ein — vielleicht signifikanter — Unterschied, nämlich der, dass sich nur die Heilkunst mit den gesunden und krankhaften Leben des Menschen beschäftigt. Allein dies wäre noch nicht genügend. Denken wir doch an Paracelsus [5]: der Arzt sorgt für Wohlsein und Gesundheit aller Menschen. Virchow [6] schreibt: die Heilkunde veredelt die Denkart des Arztes, denn seine Tätigkeit bewegt die Menschenliebe. Beseitigen und besiegen die Krankheiten heisst auch ärztliche Pflicht; der an Krankheit Leidender ist aber nicht bloss ein Lebewesen im strengen Sinne der Biologie, er ist ein Mensch, der in einer Familie, und auch im einen gesell­schaftlichen Rahmen lebt, eine Persönlichkeit besitzt, und jetzt beim Arzt Hilfe sucht, das Heilen seiner Krankheit. Er wünscht die Wiederherstellung seiner Gesundheit, aber auch die Beruhigung jener peinlichen Gefühle und Gedanken, welche er im Bewusstsein seiner Krankheit fühlt. Wie das schon Hufeland [1] betonte, sind die Gedanken der menschlichen Gleichheit und der Menschenwürde die Hauptmotiven der Moralität des Arztes: „Der Arzt muss in der Ausübung seiner Kunst bloss den Menschen sehen und keinen Unterschied unter Armen und Reichen, Grossen und Niederigen machen.

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