Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 45. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Spielmann József—Szőkefalvi Nagy Zoltán—Soós Pál: A kémikus és balneológus Mátyus István és kora

In der Alten und Neuen Diaetetica kommen die meisten Begriffe mit einer doppelten Bezeichnung, lateinisch und ungarisch vor. Dies wahrscheinlich da­rum, damit er sowohl für den in chemischen Kenntnissen kundigen, wie auch für denen, die sie erst jetzt kennenlernen, verständlich sei. Vom Gesichtspunkt der ungarischen naturwissenschaftlichen Popularisierung ist besonders die Alte und Neue Diaetetica von Bedeutung. Da wandte er sein Augenmerk der Verbreitung der chemischen Grundkenntnisse zu, er schrieb darin eine wahrhafte „Naturgeschichte". Mátyus, der Arzt bemühte sich in die Hände seiner Leser eine ausführliche Naturgeschichte zu geben, weil er der Meinung war, dass zur Hütung der Gesundheit die sicheren naturwissenschaftlichen Grundlagen einen grossen Beitrag leisten. Darum schreibt er — die Grenzen der Diaetetica überschreitend : „Ich physizierte viel, anderswo mischte ich mich in die Heilkunst". Mátyus fasste auch die Physik im einen, dem heutigen gegenüber viel weiteren Sinne auf, so dass er auch die Chemie in sie einschliesste. Bemerkenswert ist es, dass er nicht nur der erste war, der sich zur Abfassung der Chemie in unga­rischer Sprache unterfangen hat, sondern dass er dies in einer Zeit tat, als die Chemie noch keine festen Grundlagen hatte. Es ist wahr, dass was wir an Chemie in seinen Werken finden können, weniger ist, als all das Wissen, was die Vorfahren bis zur Zeit Mátyus' bezüglich dieser Wissenschaft angesammelt hatten. Seine chemischen Ansichten reichen auch nicht zur geklärten Auffassung der meist fortschrittlichen Chemiker der Epoche .an. Man muss aber beachten, dass diese Werke nicht für Fachmänner geschrieben worden, sondern für ein Leserpublikum, das in der Chemie kaum orientiert war. Die Diaetetica des I. Mátyus wurde vor dem Auftreten Lavoisiers verfasst. Er schrieb auch sein zweites Werk in einer Zeit, da die Anschauungen des gros­sen französischen Chemikers ausser seiner Landsleuten nur ziemlich wenige teilten. Wir können uns also nicht wundern, dass Mátyus, ein Zeitgenosse Lavoisiers nicht frühzeitig den epochalen Charakter der antiphlogistischen Chemie erkannte. Wir versuchen die Zeitgemässheit der chemischen Anschauungen von Mátyus in Beziehung von zwei ausserwählten Fragen zu prüfen. 1. Die Wirkung der pneumatischen Chemie. Das chemische System Lavoisiers wurde ohne Zweifel durch die Entdeckung der Verschiedenheit der Gase vor­bereitet. Die Entdeckung des Kohlendioxyd (Black), des Wasserstoffs (Caven­dish), des Sauerstoffs (Scheele, Priestley) waren bedeutsame Schritte. Die Zeit­gemässheit der Anschauungen von Mátyus in der Mitte des XVIII. Jahrhun­derts können wir nur an der, an die Kenntnis der Gase fussenden, sog. pneu­matischen Chemie messen. Schon in der Diaetetica betont er, dass die Luft kein einheitlicher Stoff sei, sondern „ein aus allem möglichen bestehender, gemisch­ter Wirbel". Der Luft schreibt er in ihrer Wirkung auf die Gesundheit eine viel ausgezeichnetere Rolle zu, als seine Zeitgenossen. Bereits in diesem seinen, im J. 1766 erschienenen Werk spricht er vom Kohlendioxyd (obzwar er dessen Namen nicht erwähnt). Die damalige Richtung aber, die dem Kohlendioxyd eine besondere Rolle zuschrieb, konnte ihm wohlbekannt sein, da er betont,

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