Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 45. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Spielmann József—Szőkefalvi Nagy Zoltán—Soós Pál: A kémikus és balneológus Mátyus István és kora

dass die Chemiker beobachteten, dass „mit solcher Art säurigem, natürlichen Spiritus die ganze Welt, ja alle Stoffe voll seien". Der Einfluss der pneumatischen Chemie ist in der Alten und Neuen Diae­tetica (1787) noch ausdrücklicher. Schon die Nomenklatur verrät, dass er die Artikel und Bücher seiner Zeitgenossen kannte und las. Im seinen Buch be­schreibt er die bedeutendsten Gase und die Methode ihrer Herstellung. Er war der erste, der sie ungarisch zu benennen versuchte. Die Herstellung des Kohlendioxyds kann laut ihm durch Erhitzung von Stoffen, mittels Säuren vor sich gehen, es kann aber auch inmitten von Gärung entstehen. In Übernahme von Auffassung einiger Chemiker bezeichnet er als aër fixus diejenigen Gase, die das Brennen nicht fördern, die wir heute als Kohlendioxyd, Ammoniak, Wasserstoff, Schwefelwasserstoff bezeichnen. Für die Herstellung der Wasserstoffs gibt er zwei Verfahren an : aus Metallen mittels Säuren, sowie durch trockene Verdunstung von organischen Stoffen. Vom Sauerstoff wusste er, dass die Kerze darin besser brennt, die Mäuse besser atmen. Unter den Methoden für die Herstellung des Sauerstoffs erwähnt er jene, die durch Hitzung des Quecksilberoxyds gescheht. Die Rolle der Salze. Über die Rolle der Salze wurde im XVIII. Jahrhundert viel diskutiert. Aus dieser Diskussion entwickelte sich die Hypothese der Säuren und Laugen, die später im dualistischen System eines Berzelius die Grundlage der Chemie bildete. István Mátyus schreibt in seinen Werken mehrmals am Niveau der zeitgenössischen Wissenschaft über die Salze. Den im Wasser auf­gelösten Stoffen schrieb er eine besondere Rolle zu. Seines Erachtens muss der Salz naturgemäss in jedem Wasser zugegen sein, weil ja die Erde sich mit dem Wasser nur mit Hilfe von Salzen vereinen kann. Diese seine ziemlich nebelhafte Auffassung erklären jene seine Anschauun­gen, wonach der Salz im weiteren Sinne des Wortes, also die im Wasser lösbare Salze; die Laugen und die eigentliche Salze bestimmen, welche der im Wasser unlösbaren Stoffe und wann sich lösen, bzw. wann sich abscheiden. Unseres Erachtens geht aus den obenangeführten hervor, dass István Mátyus nebst seiner hervorragenden ärztlichen Tätigkeit einer der bedeutendsten sie­benbürgischen Bahnbrecher der Verbreitung der Chemie und der Mineral was­seranalyse war. Im allgemeinen kann man seine chemischen Ansichte als zeitge­mäss zu betrachten, er nahm Kenntnis von den im Ausland sich abspielenden Ereignissen und war bemüht diese auch im breiten Kreise bekanntzumachen. Es ist sein hervorragendes Verdienst, dass er dieser Wissenschaft in seiner Mut­tersprache als erster Ausdruck verlieh und er verhalf damit zur Verbreitung der chemischen Kenntnisse in ungarischer Sprache.

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