Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 45. (Budapest, 1968)
TANULMÁNYOK - Spielmann József—Szőkefalvi Nagy Zoltán—Soós Pál: A kémikus és balneológus Mátyus István és kora
bürgen mit den Verbreitung dieser Wissenschaft befasste. (Diaetetica, Klausenburg, 1762—66. I—IL Band; Ó és Űj Diaetetica, Pressburg, 1787—1793, I-VI. Bd.) Mátyus lebte in der Epoche der Entwicklung der pneumatischen Chemie. Seine Tätigkeit beschränkte sich auf die Feststellung der Zusammensetzung von Mineralwässern und auf die Popularisierung der chemischen Kenntnisse in. seiner Muttersprache. a) DIE MINERAL WASSERUNTERSUCHUNGEN ISTVÁN MÁTYUS' Das Interesse um die Heilbäder und Quellen tritt in Europa schon am Ende des XVI. Jahrhunderts wieder in Vorschein (Paracelsus). In Siebenbürgen verfasste der Arzt Sámuel Köleséri Werke von ähnlichen Gegenstand in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. Die Forschungen Fr. Hoffmanns, F. Stahls und Boerhaves geben der Balneologie einen neuen Auftrieb. Die bereits erwähnte balneologische Schule von I. H. Crantz entwickelt sich in der Hauptstadt Österreichs im XVIII. Jahrhundert. Eine Verordnung der Statthalterei in Ungarn von 1763 verpflichtet die Amtsärzte der Komi taten und der Städte zur schriftlichen Zusammenfassung, chemischer Analyse aller im ihren Gebiet vorkommenden Wässer und zur Feststellung der Heilwirkung derselben. Im Siebenbürgen ging vom Gubernium ein ähnlicher Erlass nur einige Jahre später, im 1773 heraus. Auf Antrag des Hauptarztes Ádám Chenot verordnete man nicht die chemische Analyse der Wässer, sondern nur deren schriftliche Aufzählung. István Mátyus nahm schon vor dem Erscheinen des Erlasses MineralwasserAnalysen vor. Er berichtet von diesen im II. Band seiner im 1766 erschienen Diaetetica (9 siebenbürgische Mineralwässer). Lucas Wagner zählt in seiner bereits zitierten Dissertation die Namen mehrerer siebenbürgischen Ärzte auf, die vor ihm eine Mineralwasser-Analyse verrichteten. Ihre Namen erwähnt auch L H. Crantz in seiner Monographie über die Mineralwässer der Österreichischen Monarchie. Aus beiden Werken geht hervor, dass István Mátyus unter den siebenbürgischen Forschern am meisten arbeitete. Sein Namen figuriert im Zusammenhang mint Mineralwässern von 19 Ortschaften. Deren Mehrzahl ist im II. Bande der Diaetetica noch nicht zu finden, er unternahm also seine Untersuchungen wahrscheinlich nach 1766, als die Chenotsche Verordnung erschien, oder unmittelbar vorher. Aus den Protokollen des Marosvásár helyér Magistrats vom J. 1773 ergibt sich, dass Mátyus von seinen Untersuchungen auch dem Gubernium Bericht erstattete. Letztere Hess er durch seinen Freund, den Wiener Mediker László Bruz an Crantz überstellen. So geraten sie in die Monographie von Wagner. Das Werk „De aquis Rhadnensibus" verfasste er im 1773, als er nämlich zum ersten Male die Radnaer Quellen aufsuchte. Infolge des schlechten Wetters, mangels geeigneter Ausrüstung sind aber seine Untersuchungen nicht besonders zeitgemäss. Er beschränkte sich grösstenteils auf Beobachtungen mittels der Sinnesorgane, chemische Analysen nahm er nur mit wenigen Reagenten vor.-