Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 45. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Spielmann József—Szőkefalvi Nagy Zoltán—Soós Pál: A kémikus és balneológus Mátyus István és kora

Eine neue Wendung in dieser Frage brachte das Jahr 1784. Der alte Mátyus ist schon nicht imstande die Dienstreisen in die Umgebung vorzunehmen und sein Gehalt sinkt in diesem Falle laut gültigen Verordnungen auf die Hälfte. „In der drohenden Not" wendet er sich mit neuerlichem Gesuch an das Guber­nium. Er zählt darin seine jahrzehntelange Verdienste, seine Hingabe auf, ruft in Erinnerung, dass er am Anfang seines Laufbahnes lange Jahre hindurch so­zusagen unentgeltlich die Stellung des Physicus' versah. Er lässt aufleben seine Tätigkeit während der Pestenseuche in Kakas, wofür er im März 1771 seitens des gesundheitlichen Ausschusses des Guberniums und des Wiener Kaiser­lichen Hygienischen Ausschusses einen besonderen Lob erhalten hat. Der hohe Beschluss in der Sache des Gesuches von Mátyus ist uns unbe­kannt. Es blieb uns nur das Konzept der befürwortenden Eingabe des Guber­niums. Wahrscheinlich erhielt István Mátyus bis zur seine Versetzung in den Ruhestand, also bis 1800 seinen vollen Gehalt, und dann erst übernimmt diese Funktion sein Bruder, Matthäus Mátyus. Der Tod raff ihn zwei Jahre später, am 6. September 1802 weg. Der erste Physicus von Marosvásárhely starb als reicher und geschätzter Mann. Maria Theresia hob ihn in die Reihe der Adeligen Siebenbürgens (1765). Tes­tamentarisch errichtete er eine Stiftung von 12 000 ung. Gulden zwecks Unter­stützung alter Lehrer und Priester, sowie der Armen. Auch im Kolleg von Vásárhely stiftete er Stipendien für 4 begabte Jungen. Seine aus 1326 Bänden bestehende Bibliothek hinterliess er ebenfalls dem Kolleg in Vásárhely, ebenso wie seine 23 Zenter schwere, 65 Funt Buchstaben ausmachende Druckerei. Laut dem testamentarisch vorbehaltenen Vorkaufsrecht kaufte sein Haus um 49 068 rhein. Gulden das Vásárhelyer Kolleg. Vom diesen Betrag bekamen seine „Suc­cessoren". Er stellte sein ganzes Leben in Dienst der Öffentlichkeit. Seine weise Bücher Zählen zu den vortrefflichsten Werken der siebenbürgischen Aufklärung. Er schrieb ungarisch die erste umfassende „História naturalis". Laut einiger Angaben hat ihn die Regensburger Botanische Gesellschaft zu seinem Mitglied erwählt. Er nahm aktiv an allen fortschrittlichen Kulturbewe­gungen seiner Epoche teil. Lebenslang war er Mitglied und Unterstützer der Gesellschaft für Sprachpflege, die der Initiative des György Aranka entstanden ist, eifrig unterstützte er Sámuel Teleki, der bemüht war eine Bibliothek zu gründen. Ja seine Unterstützung geniessten auch die Künstler (Márton Boér, Paul Seblauer ) Siebenbürgens. Mátyus war nicht nur einer der wissenschaftlich gebildetsten Männer der siebenbürgischen Gesellschaft seiner Zeit, sondern gleichzeitig einer jener Intel­lektuellen die dem Gemeinwohl und der Entwicklung am meisten dienten. Die chemische und miner alw asser analysier ende Tätigkeit von István Mátyus. Den vielseitigen Beitrag István Mátyus' zur Entwicklung der Medizin, der Hygienologie, der Botanik, der Körperkultur besprechen zahlreiche wissen­schaftgeschichtliche Arbeiten. Die Historiker der Chemie wurden bisher auf sein Wirken nicht aufmerksam, obzwar eben er der erste war, der sich im Sieben­4 Orvostörténeti Közi. 49

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