Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 45. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Spielmann József—Szőkefalvi Nagy Zoltán—Soós Pál: A kémikus és balneológus Mátyus István és kora

dass die Handschrift „De aquis Rhadnensibus" des Arztes von Marosvásárhely nichts anderes ist, als eine Ergänzung der Angaben der Wagner'schen Abhand­lung, eine Richtigstellung seiner eigenen, früheren Angaben. Darum figuriert die Handschrift von Mátyus unmittelbar nach dem Wagner'schen Aufsatz. Die bisher unbekannte Handschrift von Mátyus ist aus mehreren Gesichts­punkten bemerkenswert. Sie ist eine interessante Angabe zur Biographie des gebildeten Vásárhelyer Arztes und fügt sich organisch ins Material, das einer von uns (J. Spielmann) durch eigene Archivforschung erschloss. Beiträge zur Bio- und Ergographie des István Mátyus. Die Handschrift „De aquis Rhadnensibus" richtet Mátyus an Crantz. Er betont darin, dass er „seit Menschengedächtnis" der erste Arzt in der Umge­bung von Vásárhely gewesen sei. Marosvásárhely ist am Ende des XVIII. Jahrhunderts, obschon hinsichtlich seiner Einwohnerzahl die siebente Stadt von Siebenbürgen, halbwegs noch ein Marktflecken. Ihr geistiger Rang ist jedoch vornehm. Im Reformierten Kolleg wird seit 1769—70 Hochschulunterricht erteilt. Die „Gesellschaft für Sprach­pflege" gegründet auf Initiative von György Aranka ist eine wissenschaftliche Körperschaft, die zur Erneuerung der nationalen Kultur im bürgerlichen Geiste drängt. Die Ursache, dass die Stadt bis in die Mitte des Jahrhunderts nicht einen einzigen Arzt hat, ist die allgemeine gesellschaftliche Rückständigkeit bedingt durch die feudalen Verhältnisse. Auch das Gubernium dringt erst ab 1752 und besonders nach 1770 auf Besetzung der Stellungen des Physicus in den Szék­lerstühlen. Die Feststellung des István Mátyus über seine eigene Priorität im Maros­szék bezieht sich nicht auf die ortsässigen Adelsfamilien. Die Fronbauer der Dörfer, die Angehörigen der Zünfte, die sich formende Bürgerschaft hatten aber wirklich keinen Arzt gehabt. So geschah es, dass der im J. 1725 zu Kibéd geborener István Mátyus, der einstige Zögling des Kollegs der erste Arzt von Marosvásárhely wurde. Aus einem am 26. März 1754 ausgestellten und aus dem Archiv des Marosvásárhelyer Kollegs stammenden Testimonium geht hervor, dass Mátyus nach Beendigung seiner Studien eine Wettprüfung bestanden hat und somit für sich das Recht erwarb mit Stipendium auf eine ausländische ärztliche Fakultät abzureisen. Aus den Archivangaben geht hervor, dass ihn während seiner Studien die Familie Teleki, der Széklerstuhl Maros, das Vásárhelyer Kolleg aber auch Gr. Gábor Bethlen unterstützten. In Utrecht genoss er drei Jahre hindurch (1754—56) die Hilfeleistung der Van Frankendaal-Stiftung. Sein Ärztediplom erwirbt er im J. 1756 zu Utrecht, aber er hielt sich noch zwecks Weiterbildung fast ein Jahr hindurch in Göttingen, Marburg und Wien auf. In Wien besteht er auch eine Prüfung. Von den Studien heimgekehrt lässt sich Mátyus im J. 1757 in Vásárhely nieder und erlangt noch im selben Jahre die Ernennung zum Physicus des Székler Stuhlbezirkes. Als Pionier hat Mátyus zahlreiche Hindernisse zu be­kämpfen. Schreibt er ja selbst zu Crantz, dass als er sich niederliess, die meisten

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