Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 45. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Spielmann József—Szőkefalvi Nagy Zoltán—Soós Pál: A kémikus és balneológus Mátyus István és kora

Menschen kein Vertrauen zum Arzte hatten und zuerst galt es sie aus den Hän­den der wandernden Kurpfuscher und der Quacksalberinnen zu reissen. Darum — schreibt er weiters — des eigenen Lebensunterhaltes kaum bedacht, hat er fast alle unentgeltlich behandelt. Seine Situation wurde auch dadurch erschwert, dass sein Gehalt nur jährlich 80 rheinische Gulden beträgt, eine Summe also, die der Besoldung eines Chirur­gen entspricht (und dazu noch 20 Gulden Quartiergeld). Mátyus dehnt seine Beschreibung der gesundheitlichen Rückständigkeit in seinem grundlegenden Werke auf das ganze Siebenbürgen aus. Auch das Abfas­sen des Werkes über Alte und Neue Diäthetik motiviert er damit, dass dieses an der vorbeugenden Auffassung fussende Werk die Menschen von den überflüs­sigen, teueren Arzneimitteln und den unwissenden Barbieren befreien wird. István Mátyus bekleidet sein im J. 1757 übernommenes Amt des Physikus' 44 Jahre lang, bis zum 18. November 1800. Da enthob ihn das Gubernium seines Amtes. Aber der Székler Stuhlbezirk betraut bereits im J. 1790 den Matthäum Mátyus, er solle seinem alternden Bruder in der Ärztepraxis behil­flich sein. Der Széklerstuhl verspricht ihm dafür, dass er die Stellung des Komi­tatsphysikus' nach dem Tode seines älteren Bruders erhalten wird. Man ernennt ihn jedoch zum solchen bereits im 1880, also zwei Jahren vor dem Tode István Mátyus'. Matthäus Mátyus wurde in Marosvásárhely im J. 1790 ortsansässig. Er erwarb sein Ärztediplom am 28. Juli 1789 in Wien. Der Stadtmagistrat meldet sowohl im 1771, wie auch im 1774 in seinem Rechenschaftsbericht an das Gubernium, dass im Marosvásárhely nur ein ein­ziger Arzt lebe, István Mátyus. Gegen diese Feststellung spricht aber die Tat­sache, dass wir im Protokoll des städtischen Magistrats im Zeitraum zwischen 1771 und 1778 häufig auf den Namen von Gábor Zágoni, einem Ärztedoktor und Vásárhelyer Bürger, treffen. Zoltán Szőkefalvi-Nagy hat ausgeforscht, dass Gábor Zágoni sein Diplom im J. 1764 zu Utrecht erwarb und noch im selben Jahre in einem Majestätsgesuch um Ernennung seitens des Guberniums in Siebenbürgen ansuchte. Aber weder diesem, noch dem im J. 1766 wiederholten Gesuch wurde ein Erfolg beschieden, wahrscheinlich wegen ein ungünstiges Votum des Kanzlers Samuel Brukenthals. Laut Angaben von J, Fodor lebte er in den Jahren 1779—81 in Vásárhely und war Hausarzt der Familie Teleki. Weszprémi deutet im 1787, im Jahre des Todes von Zágoni an, dass er im ärzt­lichen Dienst des Zsigmond Torotzkai stehe. Unsere Archivforschungen beweisen, dass Gábor Zágoni sich als Bürger von Vásárhely betrachtete. Er übte seit 1770 auch seine ärztliche Praxis grösstenteils in Marosvásárhely und im Székler Stuhl Maros aus. Auch der Doktor Antal Kováts ist ein Zeitgenosse von Mátyus. Er erwarb sich das Diplom im J. 1782 in Wien. Wir wissen nicht, wann er sich in Vásár­hely niederliess, obschon unsere Archivforschungen ergaben, dass Antal Kováts zwischen 1787—1790 das Amt eines „städtischen Physikus" in Marosvásárhely innehatte. Im Mai 1790 — da er auch ein anderes öffentliches Amt bekleidete, wurde er des vorigen Amtes enthoben. Kováts lebte auch weiterhin in Maros­vásárhely. Seine zweite amtliche Ärzteernennung geschah erst im J. 1824.

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