Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 41. (Budapest, 1967)

Migály Béla: Erklärung der phylogenetischen Entfaltung der Bipedie von physischer Hinsicht

sensystem gehören, das sich jedoch mit der Bewegungsart (Schritt, Trabgang, Galopp) folgerichtig einstellt und fest ausharrt. Abwei­chungen können doch eintreten, und zwar infolge einer langsam um­wandelnde Wirkung der Umgebung, oder auch eine solche Än­derung, wie z. B. der Seitengang des Pferdes. Einblick in die Urgeschichte: Als scherzhaftes Kinderspiel oder Wettrennen kommt das Gehen auf allen Vieren manchmal sogar Zwischen grösseren Knaben vor. Es wird aber auch vom Gewachse­nen am Terrain, das vom Feinde bedroht ist, oder in niederen Höhlengängen usw. in Anspruch genommen. Gewiss ist der menschliche Körper auffallend untauglich für diese Gehensweise. Die Hauptursache daran bedeuten die Füsse, die (um etwa 1/3) länger sind, als die Arme. Das hat beim Gehen auf allen Vieren ein Vorsinken der Wirbelsäule und damit ein gestei­gertes Anlasten des Körpergewichts an die Arme zu Folge. Die Fuss- und Handhaltung, die vorgespannte Situation des Hauptes — die ganze Muskulatur und Knochenbau im allgemeinen — sind für diese Art der Fortbewegung ungünstig. Dies ist eben samt der grotesken Körperhaltung, das die scherzlustigen Jungen zu dieser Unterhaltung anregt. Beobachten wir, wie die also wettrennende Gruppe ihre Glieder hintereinander setzt, fällt es uns in die Augen, dass die Art ihrer Fortbewegung — nicht anders wie bei der Mehrzahl der Säugetiere — ein diagonaler Gang mit grosser kollateraler Phäsenverspätung ist. Ein Zutreten auf die Hände kommt nicht einmal dann vor, wenn sich die Wettrenner mit flinken Schritten zur grösseren Gesch­windigkeit zwingen; da ist das plötzliche und pünktliche Wegreis­sen der Hände gut zu beobachten. Dieser schwungvolle, an den Fusszehen und an der Handfläche vor sich gehende Gang auf allen Vieren beansprucht keinerlei Selbstbeobachtung, er geht automa­tisch vor sich, wie bei den Tieren. Anhand vieler Beobachtungen, die das gleiche Ergebnis zeitigten, müssen wir den diagonalen Gang mit grosser kollateraler Phasen­verspätung nicht nur für eine effektiv tierische, sondern auch für potentiell menschliche Fortbewegungsweise erklären, die — fast unbemerkt — im Hintergrund jedes menschlichen Ganges zu zwei Füssen bemerkbar ist. 10* 147

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