Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 37. (Budapest, 1965)
Erich Püschel: Angeborene Gliedmassendefekte (Dysmelin) im Schrifttum des 16. und 17. Jahrhunderts
Familie fällt. Diese kausale Betrachtungsweise finden wir auch heute noch bei vielen Laien. Anders ist die Meinung der Arzte. Die ausführlichste Darstellung findet sich bei Ambroise Paré (nach Peter Uffenbachs Übersetzung der „Wund-Artzney oder Artzneyspiegell" aus dem Jahre 1010). Paré gibt an: Unter allen Ursachen der Mißgeburten ist die Majestät und die Ehre Gottes die erste und vornehmste. Die andere ist unsere eigene, vielfältig begangene Sünde, welche der Herr Christus also durch die Mißgeburt an uns straft oder dieselbige zur ernsten Warnung vor Augen stellt, damit wir uns in Zukunft vor Sünden hüten. Die dritte Ursache ist der allzu große Überfluß an männlichem Samen. Die vierte Ursache ist die allzu geringe Menge oder Mangel an Samen. Hierzu gehören alle Mißgeburten mit Defekten. Es handelt sich hierbei um eine rein mechanistische Betrachtungsweise. Weiterhin wird auf die Mißgeburten Bezug genommen, die durch die Kraft und Gewählt der Einbildung entstellt und „wider den gemeinen Lauf der Natur formiert" werden. In Kapitel 7 heißt es : „Beneben diesen oberzählten Ursachen haben unsere ehrlichen Vorfahren, als welche solchen Sachen über alle Maßen fleißig nachgeforscht, noch andere mehr erfunden." Paré weist darauf hin, daß auch die Gedanken der Eltern oder die nächtlichen Gesichte der schwangeren Weiber die Entwicklung des Kindes in utero beeinflussen können. Es ist dort weiter zu lesen : „Etliche sind der Meinung, als könnte den Kindern im Mutterleibe, sobald die ersten zween und vierzig Tage nach der Empfängnis, als in welchen die Geburt recht und vollkommentlich formiert, vorüber und hin seien, durch die Einbildung wie auch den nochmals hinzufließenden Samen weiter nichts widerfahren und begegnen: denn es könne, sobald es seine gewisse natürliche Gestalt empfangen, von den äußerlichen Formen weiter nicht angefochten noch zerrüttet werden. Ob aber diesem in Wahrheit also sei oder nicht, wollen wir allhie unerörtert lassen." In den folgenden Kapiteln bespricht Paré die Mißgeburten, die durch die Enge des Uterus entstehen. Ferner glaubt er, daß Mißbildungen auftreten, wenn sich die Mütter während der Gravidität unrecht legen, setzen, krumm stehen oder sich verheben. Auch