Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 37. (Budapest, 1965)

Erich Püschel: Angeborene Gliedmassendefekte (Dysmelin) im Schrifttum des 16. und 17. Jahrhunderts

Holländer findet sich ein Flugblatt über eine Frau aus Stockholm, die den gleichen Vor- und Zunamen wie bei Bartholinus hat. Auf zahlreichen Randbildern werden die beschriebenen Leistungen dargestellt. Bei dem Mann, über den Schenck von Grafenberg berichtet, handelt es sich um den von 1540—1602 lebenden armlosen Fußkunstschreiber Thomas Schweicker, von dem es auch zahllose Flugblätter gibt, und den auch Ambroise Paré ausführlich beschreibt. Dem Mädchen aus einem Dorfe bei Emden, von dem Holländer mehrere Flugblätter abbildet, fehlten beide Arme, die Ohren und ein Bein. Sie war dadurch berühmt, daß sie außer Deutsch noch Italienisch, Französisch, Niederländisch und Friesisch sprach. In Tabelle 2 haben die beiden ersten Autoren keine einzelnen Fälle beschrieben. Rueff berichtet, „wir sahen Kinder, durch das Fehlen ihrer Gliedmaßen verstümmelt, die der Füße entbehrten" und bei Realdus Columbus heißt es, „andere habe ich obduziert, denen die Schenkel fehlten." Was die Begriffe „Schenkel" und „Füße" angeht, so findet man im Lateinischen und Deutschen der damaligen Zeit eine Gleichstellung mit dem Begriff „Bein." Das geht aus Zeichnungen in den Texten hervor. In Tabelle 3 sind 2 Zitate angeführt, die sich als Strahldefekte deuten lassen. Ein eindeutiger Beweis läßt sich natürlich nicht erbringen, da diesen Schriften keine Bilder beigegeben sind. Auf allen Tabellen ist kein gehäuftes Auftreten an bestimmten Orten nachzuweisen. Das Verhältnis der Arm- zu den Beinmißbil­dungen entspricht in der Überlieferung dem heutigen Verhältnis, d. h. die Armmißbildungen überwiegen. Das Verhältnis der Ge­schlechter zu einander bietet ebenfalls nichts Auffälliges. Bemerkens­wert ist, daß in dem besprochenen Zeitabschnitt so viele Dysmelien beschrieben worden sind. Was wird nun von den zeitgenössischen Ärzten als Ursache dieser schweren Veränderungen angesehen? Daß der Volksmund in erster Linie ein Versehen annimt, ist der Auffassung der Zeit entsprechend. Meist sind es verstümmelte Bettler oder kriegsbeschädigte Landsknechte, die den schwangeren Frauen begegnet sind und ähnliche Veränderungen beim Kinde veranlaßt haben sollen. Wichtig ist, daß ein äußeres Ereignis angeschuldigt werden kann, sodaß kein Schatten auf die eigene

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