Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 33. (Budapest, 1964)

Dr. Frantisek Pachner: Semmelweis és Prága

kenhaus 45% von den an Cholera erkrankten, während die Todes­ziffer bei den an Kindbettfieber erkrankten 52,6% betrug. Das hat weder Jungmann noch andere leitende Persönlichkeiten an der Prager medizinischen Fakultät irgendwie erschüttert. Die Semmel­weissche Lehre hat Jungmann vermutlich überhaupt nicht interes­siert, vielleicht hat er sie für eine der zahlreichen nichtsnutzigen Phantastereien gehalten, die damals über die Ursachen des Puer­peralfiebers im Umlauf waren. Vielleicht gehörte Jungmann zu denen, die sich an das Althergebrachte klammerten, die an atmos­phärische und tellurische Einflüsse, an Miasmen und an den Genius epidemicus und Ähnliches glaubten, Erklärungen, die in der dama­ligen Lehre über die Ursachen des Puerperalfiebers massenhaft verbreitet waren. Vielleicht war auch die Zeit noch nicht genügend reif für das materialistische Denken Semmelweis'. Wir dürfen nicht vergessen, dass zur Zeit Semmelweis wichtigster Entdeckungen, Jungmann schon ein alter Herr von 70 Jahren war, und seine fach­lichen Interessen durch andere in der Hintergrund gedrängt wurden, denn Jugmann war polihistorisch veranlagt, und interessierte sich Z. B. auch für das Sanskrit. Vor allem aber war Jungmann ein durch und durch konservativer Mann und Neuerungen waren ihm nicht simpa- tisch, und gerade diese Gleichgültigkeit und Unachtsamkeit neuen Problemen gegenüber war Schuld daran, dass Semmelweisens welthistorische Entdeckung ihn in keiner Weise erregte und ihn zu nichts anspornte. Das Puerperalfieber war für ihn vermutlich ein unabwendbares tragisches Schicksal der Gebärenden, wogegen es keine Waffen gibt, und die neue Lehre von Semmelweis nur eine von den vielen Theorien, die um die Aetiologie des Puerperal­fiebers von den verschiedensten Seiten aufgetaucht waren und sich schliesslich als falsch erwiesen haben. Der Genius epidemicus, Miasmen, atmospherische und tellurische Einflüsse waren vermut­lich für Jungmann die annehmbarsten Erklärungen für die Ent­stehung des Kindbettfiebers. Er war einfach ohne Interesse für das Problem des Puerperalfiebers und nahm es als Fatum annuale, wogegen es keine Hilfe gibt, das wir demütig hinnehmen müssen als unabwendbares Schicksal der werdenden Mütter. Und vielleicht war gerade diese ablehnende oder eher apatische, inerte Haltung des ohne Zweifel hervorragenden Gelehrten Jugmann den Proble-

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