Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 33. (Budapest, 1964)

Dr. Frantisek Pachner: Semmelweis és Prága

men des Puerperalfiebers gegenüber die Ursache dessen, dass auch seine Assistenten und Schüler eine ablehnende Haltung zur Sem­melweisschen Lehre eingenommen haben und sich ihr mit einer kämpferischer Opposition entgegenstellten. Der bedeutendste und bemerkenswerteste von diesen Oppo­nenten war Alexander Franz Wilhelm Kiwisch (1814—1851). Er stammte aus Klatau, einer Stadt, die der tschechischen Gynaekologie mehrere tüchtige Männer geschenkt hat, wie z. B. Breisky und Pawlik. Kiwisch war ein ganz aussergewöhnlicher Mensch, er war ein ausgezeichnetes wissenschaftliches Talent. Prof. Klaus schreibt über ihn in seiner „Tradice ceské gynaekologie" (Tradition der tschechischen Gynaekologie) dass er „ein Meteor war, der am Himmel der gynaekologischen Welt aufgeleuchtet hat" In der Tat ein Meteor! Er lebte nur kurz, er starb im Alter von 38 Jahren an Tuberkulose. Kiwisch war Jungmanns Assistent und hat sich schon in jungen Jahren einen guten Ruf erworben. Er gründete in der Klinik eine gynaekologische Ambulanz, aus der sich im Laufe der Zeit (1843) eine gynaekologische Klinik mit allerdings nur 16 Betten entwickelte. Kiwisch wurde der Ordinarius dieser Klinik Abteilung; es war die erste gynaekologische Klinik Europas, wenn nicht der ganzen Welt. Schon als 26 jähriger Assis­tent gab er ein umfangreiches Werk über die Krankheiten der Wöchnerinnen heraus und im Jahre 1845 begann er mit der Heraus­gabe einer grossen, nach allgemeiner Ansicht klassischen „Speziellen Pathologie und Therapie der Frauenkrankheiten". Ind er deutschen Literatur wird er als Begründer der deutschen Gynaekologie bezeichnet. — Er heiratete die Tochter des hochangesehenen Studiendirektors Baron Dr. Nádherny und das war die Ursache dessen, dass er persönlich in oppositionelle Streitigkeiten mit Semmelweis und dessen Lehren geriet. Nádherny, ein hochgebil­deter und konzilianter Mann war nämlich Freund, Gönner und Bewunderer Skodas. Skoda hat in seiner berühmten Vorlesung in der Akademie der Wissenschaften in Wien am 18. Oktober 1849, in der er unter Anderem erklärte, dass „die Entdeckung Semmel­weis' eine der bedeutendsten Fortschritte ist, die die Medizin überhaupt jemals gemacht hat" scharf die Prager geburtshilfliche Schule angegriffen, deren Adepten die Erfolge Semmelweis' im

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