Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 20. (Budapest, 1961)

dr. Katona Ferenc: Ismeretelméleti és származástani kérdések Goethe Faustjában

licher Anwendung der Analyse scheinbar ausser Acht lässt, ist, dass jede Analyse Synthese voraussetzt . . . Die moderne Chemie beruht hauptsächlich darauf, dass sie zerteilt, was die Natur vereint hat; wir zerteilen die Sythese der Natur, um sie in ihren Elementen kennen zu lernen. Gibt es eine höhere Synthese als ein lebendiges Wesen? Und warum sollten wir uns mit Anatomie, Physiologie und Pshycho­logie abplagen, wenn nicht darum, weil wir uns einen Begriff machen wollen von dem Komplex, welcher sich immerfort erneuert, sei er in noch so viele Teile zerstückelt.' Auch über dieses Prinzip spricht Mephistopheles in ironischer Weise. Indem die reine Induktion die Synthese vermeidet und im Wesentlichen den zwischen Theorie und Praxis tatsächlich be­stehenden Hiatus scheidet, — obwohl, wie Goethe richtig erkannte, ihre vereinte Anwendung die Lösung ermöglicht, - wurde dem objektiven Idealismus ein weites Feld eingeräumt. Goethe kämpfte auf zwei Fronten, um die moderne naturwis­senschaftliche Erkenntnistheorie ins Leben zu rufen, deren Wesen er in der auf die Induktion basierten Deduktion erblickte, - auf dem Gebiete der mit den Lebewesen sich befassenden Wissen­schaften aber in der Vereinigung von Morphologie und Physiolo­gie. Goethe, der grosse Morphologe, schritt auf diesem Gebiete so weit voraus, dass er die Mängel der auf die vergleichende Mo­phologie gegründeten Naturanschauung genau erkannte und ihr den Platz der „Dienerin der Physiologie" zuwies. Die Kritik Mephistopheles' befasst sich hauptsächlich mit der mechanistischen, analytischen Methode. Die Kritik des objek­tiven Idealismus finden wir im 2. Teile des Faust; wir werden uns damit später, in anderem Zusammenhange befassen. Die kritische Tätigkeit Goethe's auf dem Gebiete der biolo­gischen Methodologie ist bedeutend. Obzwar auf diesem Gebiete früher die Autoren des Rinascimento, vor Goethe die führenden Persönlichkeiten der französischen Aufklärung sich mit ähnlichen Fragen befassten, war es doch er, welcher klar und programmässig die Herkunft und die philosophischen Quellen der analytischen

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