Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 20. (Budapest, 1961)

dr. Katona Ferenc: Ismeretelméleti és származástani kérdések Goethe Faustjában

men, in welchen, wie wir sahen, zahlreiche solche Fragen vor­kommen, — wir nannten nur einige der Hervorragendsten. Auch Goethe schrieb einige kurze, 10-20 Strophen lange Lehr­gedichte, wie z. B. die bekannte „Metamorphose der Pflanzen", oder die „Metamorphose der Tiere", - welche natürlich in ihrer Lyrik mit denen von Empedokles oder Erasmus Darwin nicht zu vergleichen sind. Goethe's Dichtungen sind nur ihres Inhaltes nach Lehrgedichte; ihr kunstvoller, originieller Stil hebt sie weit über dieselben hinaus, - demgamäss haben sie auch einen entspre­chend grösseren Leserkries. Dieser letzte Standpunkt ist übrigens nicht zu vernachläsi­gen. Die naturwissenschaftlichen und philosophischen Gedanken sind im Rahmen der Fachwissenschaft dem grossen Publikum unzugänglich. In früheren Zeiten gab es auch keine populärwis­senschaftliche Literatur. Sind aber solche Gedanken in litera­rischen Werken enthalten, werden sie allen zugänglich. Die Lite­ratur propagierte also, wenn auch ungewollt, gerade diejenigen Ideen, welche das Publikum, auf oberflächliche Kenntnisse ge­gründet, irgendwie fertig bekommen hatte. Das Publikum konnte nicht einmal den Titel von Cuvier's Monographien verstehen, — Byron hingegen hatte einen riesigen Leserkreis. Die Literatur spielte also eine wichtige Rolle in der Interpre­tation der naturwissenschaftlichen und naturphilosophischen Ge­danken der einzelnen Epochen. Sogar heute noch, als die Zahl der populärwissenschaftlichen Werke diejenige der wissenschaft­liche fast erreicht, ist der Eindruck und das Erlebnishafte des naturwissenschaflichen Gedankeninhaltes eines literarischen Wer­kes mit jenem eines populären Werkes garnicht zu vergleichen. Leider sind solche literarischen Werke nicht zahlreich! Goethe, dessen Leserkreis die ganze gebildete Welt seiner Epoche umfasste, gab in seinen Gedichten, Romanen und Dra­men seine eigenen wissenschaftlichen Anschauungen und Gedan­ken bekannt. Das zentrale Problem von „Faust" ist das menschliche Streben nach Erkenntnis der Natur, der Welt und seiner selbst. Goethe's Antwort ist grundverschiede von derjenigen, die bis zu seiner

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