Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 20. (Budapest, 1961)

dr. Katona Ferenc: Ismeretelméleti és származástani kérdések Goethe Faustjában

Wir begegnen natürlich viel seltener originelle Ansichten in der zweiten Gruppe, W T O wir naturwissenschaftliche, bzw. philo­sophische Gedanken in der Belletristik finden. In Gedichten, Dramen, Romanen kommt dies garnicht selten vor. Z. B. ist der „Prometheus" von Aeschylos die Apotheose der menschlichen Schöpfungskraft, des selbständigen Denkens und Tuns. In den belletristischen Werken späterer Zeiten befinden sich naturwissenschaftliche Elemente, weil der Schriftsteller die Weit und die Natur zu erforschen wünscht. Die Form jedoch ist nicht mehr die persönliche, schöpferische des Autors, sondern die, welche er der Wissenschaft seiner Zeit entleiht. Die Divina Commcdia enthält zwar leuchtende Gedanken über die Möglichkeiten der menschlichen Tat- und Gestaltungs­kraft, sie hebt den Wunsch, die Welt zu erkennen, in humanis­tische Höhen in der berühmten Erzählung von Ulisses, - im grossen Ganzen enthaltet das Werk doch die belletristische Schatzkammer der scholastischen Wissenschaft der Zeit, von Dante ohne Aenderung übernommen. Dafür feierte die Scholas­tik die Reise des Dichters ins Jenseits. Calderon's „Grosses Welttheater", Marlow's „Dr. Faustus" enthalten auch keine, über die Scholastik hinausführende Gedan­ken, mit Ausnahme der Neuentdeckung des transzendenten, mys­tischen Prinzips der Naturerkenntnis. Wir finden in Shakespeare's Gedanken auch keine naturwissenschaftlichen Feststellungen, welche von diesem Gesichtspunkte aus gesehen über diejenigen der Bibel hinausreichen. Im „Verlorenen Paradies" legt Milton im Zwiegespräch zwischen dem Erzengel und dem bösen Geist dar, das alles, was die alte griechische Philosophie schaffte Irrtum ist; nur die heilige Schrift lehrt die Wahrheit. Auch die grossen französischen und spanischen Dramen sagen nichts Neues auf diesem Gebiete. Die Autoren der späteren Zeiten überneh­men ebenfalls ein gegebenes naturphilosophisches Material, ­in ihren Werken finden wir keine selbständigen Gedanken, son­dern nur irgendeinen naturwissenschaftlichen Standpunkt der Zeit, welchen der Autor, meisst ohne eine eigene Meinung zu äussern, übernimmt.

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