Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 14. (Budapest, 1959)
Ákos Palla: Sibilla unguentaria im Lichte der neuesten Forschung
magma Damokratia bekannt. Dies ist eine aus Pamylus, Crocus, Gummi arabio, Myrrha und uns Rosenblütenstaub geknetete Trochiscusmasse. Hat die Salbenmischerin des Kaisers Septimius Severus auf der Strasse von Rhispia (heute: Veszprém, Ungarn) etwa diese Masse angeboten? Ihm folgt Baradlai 15 mit nachstehenden Ausführungen: „1778 wurde in Tapolcafö (Komitat Veszprém) eine Bronzetafel, 5 cm hoch, aufgefunden, die zu jener Zeit vom Debrecener Apotheker Kazai beschrieben und später von József Ernvei fachkundung besprochen wurde, „SIBILLA VNGVENT ARIA LIBERTA SEPT. SEVERI. IMP. VENDIT CROCOMAGNA INV. P. RHISPIA." Der Deutung von Ernyei zufolge erhellt aus dem Text, dass Sibilla die Freigelassene des Kaisers Septimus Salbenmischerin (unguentaria) gewesen war und diese in den Trassen von Rhispia (Veszprém) verkauft hatte. Crocomagna (wahrscheinlich crocomagma) ist eine Trochiscus Masse aus Amylum, Crocus, Gummi arab. Myrrha und Rosenblütenstaub hergestellt." 1 Die zwei letzteren Autoren übernehmen von Ernyei die irrige Behauptung, dass die Tafel von Kazai beschrieben worden sei, wo doch er, wie von uns schon festgestellt, nichts hierüber schrieb. Die einzige Quelle ist die Mitteilung von Weszprémi, auch Mommsen erwähnt nur diesen. Korbuly 16 , der die Sibilla-Tafel zwar beschreibt, steht allein mit der sachlichen Bemerkung, Mommsen „hat sie nicht als echt anerkannt." Er (Korbuly) selbst vermeidet vorsichtig eine Stellungnahme, und ohne die Inschrift als autentisch gelten lassen zu wollen, erblickt er in ihr ein Dokument weiblicher Heiltätigkeit, zumal da eine solche in Pannonién allgemein verbreitet war. Die Salbenhändler, sowie die Salbcnmischer betätigten sich ausser mit dem Verkauf von eigenen Präparaten und sonstigen Arzneien offenbar auch ärztlich, bzw. als Kurpfuscher. Das erscheint Korbuly als geeigneter Anlass, festzustellen, im altrömischen Reich sei der ärztliche Beruf Männer und Frauen gleichermassen zugänglich gewesen, wogegen dieser den Frauen ausdrüklich vorenthalten war.