Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 13. (Budapest, 1959)

Dr. RAFFY ÁDÁM: Vesalius és kora

enthält die Widmung des Werkes dem Kaiser Karl V., dann folgt ein Brief an den Verleger Oporinus, und diesem das Bild­nis des Verfassers; er hält, der Zuschauerschaft zugewendet, ein Muskelpräparat in der Hand. Dieses Bild erinnert stark an das von Tizian gemalte Portrait des Jacobo da Strada im Wiener Museum. Unter dem Bilde das Lebensalter des Ver­fassers: 28 Jahre, sodann sein Wahlspruch: Ocyus, iucunde et tuto — Je rascher, je heiterer und in mutiger Sicherheit. Das Werk umfasst in sieben Bücher geteilt 695 Gross-Folio Seiten: Der Bau des Skeletts, Muskeln und Bänder, Blutgefässe, Über die Nerven, Über die Schadelhöhle, Über die Organe im Brust­korb, Über die abdominalen Organe. Die Stiche sind von un­übertrefflichem wissenschaftlichen und künstlerischen Wert. Im XVII. Jahrhundert hatte man die Bilder allgemein Tizian zu­geschrieben. Das schönste und ergreifendste Bild ist zweifellos im ersten Buch zu finden: es mutet im ersten Augenblick wie ein früher Vorläufer des ,,Penseur"-s von Rodin an: Das Ge­rippe eines Mannes, mit seiner Rechten auf einen Totenschä­del gestützt, der auf dem Altar ruht, zur Linken neigt er den Kopf hin, schaut, vor sich hinsinnend, den Totenschädel an, vertieft in die Geheimnisse des Lebens und des Todes. Der Altar trägt die Seiteninschrift: Vivitur ingenio — caetera mortis erunt. d. h.: Nur das Geistige ist unvergänglich -— alles andere ist eles Todes. Die Fabrica ist kunstgeschichtlich von unschätzbarem Wert, und dies zugleich als Musterstück der wissenschaftlichen Methode. Man kann sich leicht vorstellen, wie rasch der Weltruhm Vesalius auf seine Flügel nahm. Cosimo Medici lud ihn an seinen Hof ein, und liess aus Florenz nach Pisa mit einem besonderen Schiff einen Leichnam für ihn holen. Zur selben Zeit wurde aber Vesalius auch eine Einladung von Kaiser Karl V. zuteil. Vesalius wusste nicht, w r as hinter dieser Einladung steckt; er hatte von seinen Freunden erfahren, dass seine Nei­eler ihn der Ketzerei beschuldigen, darum verbrannte er in einer einzigen Nacht, die Durchsuchung befürchtend, alle seine Schrift­sachen, so u. a. seine Bemerkungen zu Galenus, die zum ,,Rha­zes" geschriebenen Paraphrasen, seine Rezeptsammlung und

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