Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 13. (Budapest, 1959)
Dr. RAFFY ÁDÁM: Vesalius és kora
noch viele andere Aufzeichnungen. Der Kaiser aber wollte den Anzeigen entweder keinen Glauben schenken, oder kümmerte sich um diese nicht und befahl Vesalius als Hofarzt an seine Seite. Das geschah im Jahre 1544, seit dieser Zeit sehen wir Vesalius überall im Hofgefolge des Kaisers, auf Kriegsschauplätzen, in verschiedenen europäischen Städten, wo der Kaiser sich einquartiert hat. Nach dem Tode von Karl V. dient Vesalius als Hofarzt von Philipp II. weiter, ist aber gleichzeitig Konsiliar eines jeden europäischen Herrscherhauses. Kein Wunder, dass „Bohrer" und „Säge", zwei Instrummente, die einzelne Ärzte nicht an Kranken, vielmehr gegen einander zu betätigen pflegen, auch gegen Vesalius in Betrieb gesetzt wurden. Man zeigt ihn der theologischen Fakultät der Universität Salamanca an, seine Lehre und seine anatomischen Künste seien mit den Geboten der Religion unvereinbar. Das gab zur Verbreitung der irrigen Annahme Anlass, Vesalius sei von der Inquisition, auf Geheiss der Universität Salamanca verfolgt worden, was aber den Tatsachen durchaus nicht entspricht. Trotz aller Grausamkeiten der „heilligen" Inquisition ist in diesem Fall sachlich festzustellen, dass die Universität Salamanca sich im Gegenteil für Vesalius und hiermit für die Wissenschaft erklärt hat. Es wäre nicht uninteressant, die Umgebung zu schildern, in welcher Vesalius nachher gelebt und gewirkt hat. Der spanische Hof war im Zeitalter der Herrscher Karl V. und Philipp II. von gesellschaftswissenschaftlichen, politischen, kunstgeschichtlichen und psychologischen Blickpunkten aus betrachtet gleichermassen der reizvoll spannendste Sammelpunkt in der europäischen Geschichte. Wir richten aber unseren Blick zunächst auf medizingeschichtliche Daten. Auch aus diesem engeren Kreis greifen wir blos ein einziges charakteristisches Bild heraus. Kaiser Karl bildete sich ein, in allen Wissenschaften, also auch in der Medizinwissenschaft als erster an der Spitze zu stehen, eine Erscheinung, die im Laufe der Geschichte bei willkürlich herrschenden Machthabern nicht selten ist. Es seien hier die merkwürdigsten Remedien seiner berühmten Apotheke, die Karl V. selbst zusammengestellt hat, aufgezählt: Edelsteine in Gold gefasst das Bluten zu stillen; zwei Armbänder und zwei Ringe