Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 3. (Budapest, 1956)

Prof. FRANZ KISS: Stephan von Apáthy als Neurolog

In seinen neurologischen Forschungen spielten die specifi­schen Fixier- und Einbettungsverfahren, sowie neben der entsprechenden Schnittechnik in erster Reihe die sog. Nach­vergoldung die Hauptrolle. Mit diesem Verfahren konnte er die bisher nun lückenhaft gekannten Neurofibrillen mit nie gesehener Schärfe darstellen (Abb. 4). Er führte seine Unter­suchungen hauptsächlich an wirbellosen Tieren (Hirudo, Lumbricus, Pontobdella) aus. Er war nähmlich der Ansicht, dass das Nervensystem der Wirbellosen einfacher und leicht zu übersehen ist und deshalb sich besser zur Erkenntnis von allgemein gültigen Gesetzmässigkeiten eignet, als das kompli­zierte Nervensystem der Wirbeltiere. Er behauptete auch, dass die an den Wirbellosen feststellbaren Grundgesetze sich auch auf das Nervensystem der Wirbeltiere beziehen. Die Wirbeltiere haben zwei Nervensysteme, die sich von einander morphologisch und biologisch unterscheiden lassen; nämlich das zerebrospinale und das vegetative Nervensystem. In wirbellosen Tieren finden wir nur das letztere System. Überraschender Weise findet sich weder in den Schriften Apáthys, noch in denen seiner Zeitgenossen und Gegner etwas über diesen Unterschied. Das gab aber zu Diskussionen Anlass, die in vielen Fällen hätten vermieden können, denn die Feststellungen Apáthys bezüglich der Nerven der Wir­bellosen beziehen sich in erster Reihe auf das vegetative (sym­pathische) System der Wirbeltiere und nicht auf die zerebro­spinalen Nerven. Nun wollen wir Satz für Satz die neurologischen Ergeb­nisse von Apáthy überklicken. 2. Die Neurofibrillen und ihre Geschichte Schon vor Apáthy wurden diese feinen Fasern von verschie­denen Forschern gesehen (Purkinje 1831, Remak 1838, Valen­tin 1841, M. Schultze 1868, Ranvier 1878, Kupffer 1883, Vallair 1885). M. Schultze schrieb diesen Fasern sogar eine leitende Rolle zu.

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