Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 3. (Budapest, 1956)
Prof. FRANZ KISS: Stephan von Apáthy als Neurolog
läsung der Monarchie, noch den Gang des darauffolgenden sozialen Umbaues. Infolge von Apáthys hervorragender Persönlichkeit und seiner fortschrittlichen Gesinnung erblickte die neue Budapester Regierung, in unserer sog. Oktoberrevolution nach dem ersten Weltkriege in Apáthy diejenige Person, welchem als Hauptregierungsikomissar die Angelegenheiten von Siebenbürgen anvertraut werden konnten. Die Ereignisse folgten blitzschnell aufeinander und die Auflösung der Monarchie, sowie die Bildung der Sukzessionsstaaten hatten so gewaltige Aenderungen zur Folge, welche die Vorstellungen und Fähigkeiten aller politischen und sozialen Führer weit übertrafen. Die Rolle, die Apáthy während seines kurzen Hauptregierunkskomissariates spielte, war ein Moment von sehr geringer Bedeutung inmitten der gewaltigen historischen Umgestaltung. Die Behauptung, Apáthy wäre in dem Schicksal von Siebenbürgen und an seiner Trennung von Ungarn Schuld, zeigt für eine Kurzsichtigkeit primitivster Art. Die Ereignisse waren nicht die Folgen der kurz dauernden Revolution, sondern die Konsequenzen der sozialen und politischen Sünden von mehreren Jahrhunderten. ' Noch ein schöner Zug aus Apáthys vielseitigem Leben ist hervorzuheben. In seinen stillen Stunden, gewöhnlich nachts, schrieb er Gedichte. Von diesen, meistens lyrischen Gedichten, die eine feine, tieffühlende Seele verraten, erschienen nur periodisch etliche in den Tagesblättern und Zeitschriften Siebenbürgens. Die ganze Sammlung ist nie ans Tageslicht gekommen; einstweilen läset sich nicht einmal das Manuskript der Gedichte finden. In den über Apáthy geschriebenen Nekrologen wird ein Gedicht von ihm i,,Der versäumte Frühling"), das er etwa 7 Jahre vor seinem Tode geschrieben hatte, wiederholt angeführt. In diesem kleinen Gedicht klagt er darüber, dass er wegen seiner Arbeit, und wegen Sünden und Leiden seiner Mitmenschen den Frühling nie gemessen konnte. Seherisch in die Zukunft blickend, schreibt er, dass er auch dann, wenn er zur Arbeit und zum Kampfe nicht