Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 3. (Budapest, 1956)

Prof. FRANZ KISS: Stephan von Apáthy als Neurolog

mehr fähig, niemandem mehr nützen, kann, keinen Anteil an den Frühlingsfreuden haben werde, da er an einem traurigen Novemberabend entschlafen wird, ohne den so heiss ersehn­ten Frühling je genossen zu haben. Dieses Schicksal erfüllte sich wirklich an ihm. Nach der rumänischen politischen. Ge­fangenschaft in Hermannstadt verliess er Siebenbürgen an Leib und Seele gebrochen, mit den Merkmalen des Verfalles an seinem Gesicht und starb im September 1922, in seinem 59. Lebensjahre. 1 An seiner neuen Wirkungsstelle, in Szeged, erwarteten ihn viele äu.ssere und innere Schwierigkeiten. Er erhielt einige leere Lehnsäler in einem Gymnasium als Ar­beitsstätte, wo er seine schöpferische Tätigkeit kaum fort­setzen konnte. Bei unserer letzten Begegnung in Szeged sagte mir Apáthy folgendes: „Die grossen Nationen erheben ihre Söhne, doch die kleinen Nationen müssen von ihren Söhnen erhoben werden." Ihm wurde diese letztere Mission zuteil, inmitten der vielen Missverständnisse und Bekrittelungen seiner Zeitgenossen. 1 Er wurde nähmlich als der höchste Repräsentant des ungari­schen Siebenbürgens gefangen genommen. Die damals neuen ru­mänischen Autoritäten respektierten doch am Ende den grossen wissenschaftlichen Ruhm und den reinen selbstlosen Patriotismus von Apáthy und haben ihn freigesprochen. Ich halte es für be­gründet, zu erwähnen, dass Apáthy bei seiner Übersiedlung aus dem neuen Rumänien nach Ungarn (1920) sein ganzes Forschungs­material, seine Präparate und sogar die 35 Studentenmikroskope (Apáthysches Modell) mit sich führen durfte. Diese A5 Mikroskope hatte er zur Ausrüstung des neuen Histologischen Institutes bei der Wiener Firma C. Reichert bestellt. Er musste diese aus seiner eigenen Tasche bezahlen, weil der damalige ungarische Kultus­minister die Auszahlung der Mikroskope aus politischem Antago­nismus verweigerte. Als Aufwand dafür benützte der Minister den Umstand, dass Apáthy zur Anschaffung dieser Mikroskope die Bewilligung des Ministeriums nicht ersucht hatte. Dagegen tat er keinen Einspruch gegen die Tatsache, dass die Studenten diese Mikroskope bei ihrer Arbeit jahrelang benutzten.

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