GARAM ÉVA - PATAY PÁL - SOPRONI SÁNDOR: SARMATISCHES WALLSYSTEM IM KAPRATENBECKEN / Régészeti Füzetek II/23. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2003

III. Sarmatcnzeitliche Funde des Csörsz-Grabens (É. Garam)

III. Sarmatenzeitlichc Funde des Csörsz-Grabens Die Aufgabe der zwei Jahrzehnte lang dauern­den Forschungen der sich in der Tiefebene befind­lichen Längswälle war - neben ihre bei der Gelände­begehungen durchgeführten Kartierung - die möglichst genaue Zeitbestimmung ihrer Errichtung und Benützung. Zu diesem Zwecke wurden an mehre­ren Stellen Grabungen durchgeführt, wo die Sammlung von Oberflächenfunden (in erster Linie Tonscherben) im Zuge der Geländebegehungen den Schluss zuliessen, dass das Wallsystem durch eine frühere Siedlung hindurchgeführt worden war, d. h. dass das Alter der unter dem Wall liegenden Siedlung Anhaltspunkte für das post quem ihrer Errichtung lie­fern konnte. Mit der Hilfe von Forschungsgräben, die senkrecht auf die Längsstruktur der Schanze gezogen wurden, wurde der Versuch gemacht, bezüglich der Struktur des Walles und über chronologische Fragen Aufschluss zu erhalten. 7 5 Längs der Trasse des Csörsz-Grabens findet man am zahlreichsten die Spuren urzeitlicher Siedlungen, deren Erforschung für die Klärung zeitlicher Probleme nicht viel Erfolg verspricht. Aus diesem Grunde wur­den Durchschnitte an diejenigen Fundstellen durchge­führt, wo in der unmittelbaren Nähe vom Wall jüngere, d. h. sarmatische Funde (Gefässscherben) an der Oberfläche ermittelt werden konnten. Die meisten, zugleich auch bewertbaren Er­gebnisse lieferten folgende Durchschnitte: JÁSZFÉNYSZARU-SÓSTÓ Im Frühling des Jahres 1963 fand P. Patay an­lässlich einer Geländebegehung auf der Trasse der un­teren Linie des Csörsz-Grabens zwischen Donau und Theiss, am S, bzw. SW Ufer des östlich von der Ge­meinde liegenden Teiches Sóstó sarmatenzeitliche Scherben. Im Herbst des gleichen Jahres führte er zur Klärung der chronologischen Fragen mit S. Soproni Grabungen durch. Auf den Hügel am SW Rand des Sóstó zeichnete sich auf den Ackerfeldern die Trasse des Csörszgrabens gut ab und dort lagen auch an der Oberfläche zahlreiche Scherben und Strohlehm aus der Sarmatenzeit (Ausgrabungs-Tagebuch, Ungari­sches Nationalmuseum, Dokumentationsarchiv VIII. 97/1964). Die Trasse des Csörsz-Grabens wurde durch zwei je 1 m breite, von einander 38 m entfernte Gräben (Forschungsgraben I. und II.) durchschnitten (Abb. A). In beiden Gräben konnte der aufgefüllte Graben des Walles ermittelt werden, sowie insgesamt drei sarmatenzeitliche Gruben (Nr. 1, 2, 3). Von diesen befanden sich die Ginben 2. und 3., deren in den For­schungsgraben II. fallender Teil im Laufe der Aus­grabung freigelegt wurde, ohne Zweifel unter dem ehemaligen Damm des Walles. Das aus den Gruben zum Vorschein gekommene Scherbenmaterial ist also gewiss älter als die Errichtungszeit des Csörsz-Gra­bens. Die aus der Grube 1. und 2. zum Vorschein ge­kommenen grauen und roten Gefässscherben, darunter auch einige an der Drehscheibe verfertigte, stammen aus der Sarmatenzeit, sind aber für nähere Zeitbestim­mungen nicht geeignet. In der eckig abgeschlossenen Grube 3., die vielleicht den Grund eines Hauses bildete, befand sich ebenfals wenig, doch etwas bezeichnenderes Fundmaterial (Taf. 13. 1-4). Auf dem wulstigen, nach aussen gebogenen Randbruchstück eines hellgrauen, bauchigen, gut geschlämmten Gefässes (Taf. 13. 1-2) ist der Stumpf eines Bandhenkels zu sehen. Ähnliche Gefasse kennen wir aus der frühen Sarmatenzeit 7 6, d. h. , dass diese Gefassart für das 1-3. Jahrhundert kennzeichnend ist. In der Grube 3. befand sich auch das mit Einkerbung versehene Randbruchstück eines Gefässes aus grobem Material, dessen Parallelstücke auch im Gräberfeld 7 5 Über die erfolgreichen Durchschnitten in der ersten Hälfte der 60-er Jahre habe ich auf der Wissenschaftlichen Tagung in Szeged im Jahre 1968 einen Vortrag gehalten, der auch in Druck erschienen ist (siehe Garam 1969). 7 6 Párducz 1941/a Taf. 16, 39, Taf. 30, 6; Párducz 1941/b Taf. 29. 1-2. 49

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