FÜLEP FERENC: NEUERE AUSGRABUNGEN IN DER RÖMERSTADT SOPIANAE (PÉCS) / Régészeti Füzetek II/16. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 1974)
Zusammenfassung
kanal von N nach S. Weiterhin findet man dieses Fussbodenniveau auch in Raum "H", der für die nach O laufende Heizung als kleine Heizkammer diente. Dieser Heizungskanal durchbricht übrigens die zur ersten Bauperiode gehörende MAUER 29. Wie oben in der ausführlichen Abhandlung hervorgehoben wurde, ist dieses Fussbodenniveau im wesentlichen auch in allen übrigen, bei der Abhandlung der Bauperiode I erwähnten Gräben über dem Niveau von Periode I vorzufinden. Auf dem Fussbodenniveau von PERIODE II wurden ausschliesslich Münzen des 4. Jahrhunderts sowie für das 4. Jahrhundert charakteristisches Fundmaterial (glasierte Keramik, Reibschüsseln usw. ) gehoben. Uber Terrazzo II zeigte sich in Raum "G" und "K" ein weiterer (Terrazzofussboden III). Wie aus dem O-Profil von Ausgrabungsfläche V zu ersehen ist, lief dieser Terrazzo III auch über MAUER 5 hinweg, d.h. diese Hauptmauer lag damals schon unter der Oberfläche; weiterhin ist Terrazzo III auch über MAUER 29 und in Raum "M" über dem Terrazzoniveau II auffindbar. In den Räumen "J" und "I" sind MAUER 12 und 14 auf Terrazzo II erbaut. Wir dürfen also annehmen,dass sie in unserem Ausgrabung sge lände die jüngsten Mauern darstellen und mit Terrazzo III gleichaltrig sind. Die in den Räumen "G" und "K" über Terrazzo III gefundenen Münzen sind fast ausnahmslos für das letzte Drittel des 4. Jahrhunderts bestimmend, was zugleich auch das Alter von Terrazzo III festlegt. Die zur Bauperiode III gehörigen Niveaus sind stark zerstört. Hie rzu gehört möglicherweise auch das jüngste römerzeitliche Niveau im S-Profil von Ausgrabungsfläche I und III-IV, das dem obersten Fussbodenniveau von Raum "G" und "K" entspricht. Im ganzen Ausgrabungsgelände liegt auf Terrazzo II bzw. III eine starke Schicht von Dachziegelschutt mit ausgebrannten verkohlten Balkenresten vermengt. Diese Schicht deutet auf die Zerstörung der römerzeitlichen Bauten am Ende des 4. Jahrhunderts hin. Südlich von Raum "F" zeichneten sich über der auf dem römischen Terrazzo liegenden Schuttschicht Pfostenlöcher mittelalterlicher Wohnhäuser ab. Die Gebäudereste, die 1969 bei den Bauarbeiten östlich des Ausgrabungsgeländes zum Vorschein kamen, ändern das umrissene Bild nicht. Die Gebäude und Terrazzi von Periode I und II sind auch hier vorzufinden, das gerettete archäologische Fundmate rial entspricht den obigen Feststellungen. Dasselbe konnte aufgrund der kleineren Ausgrabungen in der Umgebung der Hauptpost ermittelt werden. Von diesen sei der Fundort Rákóczi ut - Jókai utca hervorgehoben, wo zwei Terrazzi übereinander zum Vorschein kamen. Die grossen Gebäude in der Majláth utca, die beim Bau des Bürohauses der Sozialversicherung gefunden wurden, zählen wir zu Periode I (hier kam eine weitere Münze der Hadrianus-Zeit zum Vorschein). Diese Gebäudereste zeigen zugleich die Ausdehnung der Stadt des 2. Jahrhunderts nach S an. Nachstehend ein kurzer Vergleich unserer Ausgrabungsergebnisse im Hof der Hauptpost und in ihrer Umgebung mit den Ergebnissen der früher in diesem Bereich durchgeführten Forschungen. Gerecze bestimmte die Fundamenttiefe der Mauern jener grossen Bauten, die er 1903-1904 gefunden hatte, mit 250 cm von der Oberfläche (Abb. 3) und publizierte sie auch dementsprechend in seinem Grundriss. Die Breite der gefundenen Mauern gab er mit 140, 120 und 90 cm an und bemerkte, sie seien aus mörtelhaltigem Sand- und Kalkstein gefertigt worden und ziemlich bröckelig. Auch die Terrazzi seien - so Gerecze - ziemlich verwittert gewesen. Verglichen mit unseren Ergebnissen zeigen sich sogleich mehrere Widersprüche: Die von uns erschlossenen und zu Bauperiode I gezählten Gebäude hatten ein Mauerfundierung in 4 m Tiefe. Diese Mauern waren ausserordentlich stark. Die Nähe der beiden Ausgrabungsflächen schliesst praktisch jeden Niveauunterschied aus, d.h. der Tiefenunterschied lässt sich nicht erklären. Gereczes Feststellungen sind aber schon von vornherein mit Vorsicht zu benützten, da der Stadtingenieur Flórián Cséfay, der von den Mauern Zeichnungen angefertigt hatte, die Ausrichtung der von Gerecze erschlossenen Mauern eigenhändig korrigierte (vgl. seinen Grundriss, den er in Archaeologiai Ertesitö veröffentlichte). Cséfay verweist ausdrücklich auf einen früheren Römerbau, dessen Grundmauern "in festerem Bindemörtel gefunden wurden als die später erschlossene alte Grundmauer". Daraus ist jedenfalls auf zwei Perioden zu schliessen. Es bleiben also zwei Erklärungen: a) Die von Gerecze erschlossenen Gebäude wären der zweiten Bauperiode zuzuzählen. In diesem Fall entspräche die Fundierungstiefe z.B. der Sohlentiefe von MAUER 5 (270 cm); ebenfalls übereinstimmend wäre auch die mindere Widerstandsfähigkeit der Mauern; ein Widerspruch zeigt sich aber insofern, als im Unterschied zu der von Gerecze angegebenen Mauernbreite (90-140 cm) die zur Periode II gehörigen Mauern nur 50-*60 cm stark sind. b) In Periode II. d.h. im 4. Jahrhundert, wurde ein neues grosses Gebäude über den früheren Bauten östlich von unseren Baufunden, also in dem von Gerecze erschlossenen Ausgrabungsbereich errichtet. Wir kennen genau die westliche Schlussmauer der von Gerecze publizierten Gebäude, deren östliche Teile 1927 bei Kanalbauarbeiten unter der Jókai utca gefunden wurden. Dieses Gebäude war von O nach W 50 cm breit, seine nördliche und südliche Schlussmauer kennen wir nicht. Die 1969 vor dem Gebäude der Hauptpost gefundenen Mauerreste dürften zum Südflügel des Gebäudes gehört haben, die Baulichkeiten des Nordflügels kamen Ecke Dischka Gy. utca zum Vorschein. Wir nehmen an, dass 30