VÉRTES LÁSZLÓ: UNTERSUCHUNGEN AN HÖHLENSEDIMENTEN / Régészeti Füzetek II/7. (Magyar Nemzeti Múzeum - Történeti Múzeum Budapest, 1959)
V. DIE UNGARLÄNDISCHEN HÖHLENSEDIMENTE
14. BALLAVÖLGYER HÖHLUNG Am südöstlichen Ende des Balla-Tales im Bükk-Gebirge, liegt diese kleine Höhlung in ca. 370 m Höhe ü.dJVL, in geringer relativer Höhe, und öffnet sich nach dem Südwesten. 1937-1939 grub MOTTL in ihr, ohne jedoch die Funde eingehend zu publizieren ( 80,11 3 ). Sie fand eine gelbliche AusfüHung, eine Höhlenbärenfauna und einige Obsidianwerkzeuge von Szeletiencharakter, doch nur einseitig bearbeitet. MOTTL beschrieb sie als Magdalénien-Werkzeuge. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es noch eine oberste Schicht in der Höhle gab, die eine solche Bestimmung plausibel erscheinen liess. Als ich jedoch 1954 die Möglichtkeit hatte, die Höhlung aufzusuchen und aus den noch vorhandenen Ausfüllungen Proben zu sammeln, fand ich, dass diese den gewohnten Bükker interstadialen Sedimenten entspricht. Den petrographischen Untersuchungen zufolge (s. Anhang) konnte das Sediment als typisch interstadial bestimmt werden. An Hand der typologischen Untersuchung der Werkzeuge kann angenommen werden, dass die Funde einem ähnlichen Kreis angehören, wie die Frühszeletienwerkzeuge der Kecskesgalyaer Höhle. Nicht nur die Dominanz des patinierten Obsidians, sondern auch die Bearbeitungsmethode und der Charakter der Werkzeuge bekräftigen diese Annahme. J. STIEBER hatte die Freundlichkeit, die Daten, die er bei der Untersuchung von 20, von MOTTL in der Höhlung gesammelten Holzkohlen erhielt, mitzuteilen. Es gab 6 Corylus, 3 Fraxinus-, 6 Larix- oder P i c e a-, 2 C a r p i n u s-, 1 Acer-, 1 Quercus-, und 1 P i n u s- Holzkohlenstückchen unter ihnen. Diese Menge von Laubbäumen übersteigt die üblichen interstadialen Verhältnisse im Bükk-Gebirge und bekräftigt die Annahme, dass die Schicht vom Anfang des W 1 stammt. In der Abteilung für archäologische Dokumentation des Historischen Museums des Un. Nat. Museums wurde das Ausgrabungsprotokoll von MOTTL unter Nr. 1. B. I. gefunden. Es stellte sich heraus, dass eine schlanke, wahrhaftig jungpaläolithische Charakteristika aufweisenden Kalzedonklinge aus Niveau 1., die abgenützteren und entschieden Szeletien-Charakterzüge aufweisenden Werkzeuge mit Ausnahme eines Objektes aus Niveau 2. stammen. Es fällt auf, dass an einigen der stark patinierten Obsidianwerkzeugen neben der alten und ebenfalls mit Patina überzogenen Retusche auch die Spuren einer späteren Bearbeitung zu sehen sind. Es wäre der Mühe wert, sich mit den Werkzeugen und der Stratigraphie der Felsnische eingehender zu beschäftigen: es könnte sein, dass hier Daten über die Genese des Szeletien zu erhalten waren die einen Schlüssel zum Problem bieten.