Mesterházy Károly (szerk.): AZ 1997. ÉV RÉGÉSZETI KUTATÁSAI / Régészeti Füzetek I/51. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2001)

Honfoglalás kor

A karcsai ásatás idején jelentette Barati Attila pácini polgármester, hogy Pácin-Sérho­mokon emberei csontokat szántottak ki. A helyszínen nyitott 5x10 méteres próba­szelvényben három, melléklet nélküli, Ny-K-i tájolású sírt találtunk. E temető használa­tának idejét korhatározó leletek hiányában nem tudom megállapítani. Az ásatáson részt vett: Tóth Anikó, F. Bodnár Katalin régész, Czifrák László gyűjte­ménykezelő és Langó Péter egyetemi hallgató. Révész László KARCSA-KORMOSKA (Kom. Borsod-Abaúj-Zemplén) (V.) Die im vorigen Jahr begonnene Freilegung des Gräberfeldes von Karcsa aus dem 11. Jahrhundert wurde vom 5. bis 28. Mai 1997 fortgesetzt. Während dieser Zeit erschlossen wir die Gräber 24-102, insgesamt also 78 Bestattungen. Die Grenzen des Gräberfeldes konnten an drei Seiten bestimmt werden, nur an der südöstlichen Seite kann man mit dem Vorkommen von weiteren Gräbern rechnen. Die Gräber waren in Reihen, die Reihen in kleineren Gruppen angeordnet. Auffallend ist der 10 x 10 m große leere Streifen in der Mitte des Gräberfeldes, wo keine Bestattungen vorkamen. Obwohl es keine archäologischen Beweise gibt, ist es anzunehmen, daß eine kleine, auf einem Gestell stehende Holzkirche einst an dieser Stelle stand, so dieser Platz leer bleiben konnte. Das würde zugleich bedeuten, daß die hier Bestatteten Mitglieder einer schon christlichen Gemeinschaft waren. All das wird durch das vorgekommene Fundmaterial unterstützt. Die Funde scheinen im ersten Augenblick sehr ärmlich zu sein, da wir in den Gräbern nur Haarringe mit S-förmigem Ende, Ringe, Perlen und Münzen fanden. Die Schmucksachen wurden aber beinahe ausnahmslos aus Silber von außergewöhnlich gutem Qualität erzeugt, was auf die materielle Kraft dieser einstigen Gemeinschaft hinweist. Andere Schmucksachen oder Gebrauchsgegenstände im Grab beizugeben war offensichtlich durch die neue Religion verboten. Von den Münzen ist eine Prägung des Duxes Béla (1046-1060) die früheste, die meisten sind die Münzen des Hl. László (1077-1095) und das späteste Stück ist ein Denar von Kálmán Könyves (1096-1116). Diese Münzen bestimmen zugleich den Anfang und das Ende der Belegungszeit des Gräberfeldes, welcher Datierung auch noch die anderen Funden nicht widersprechen. Der Denar von Kálmán gilt als ein sehr selten auftauchendes Unikum. Bis dahin war das nur im Münzenfund von Andornaktálya mit sechs Stücken bekannt, und wurde noch in keinen Katalog aufgenommen. Auf abergläubische Sitten hinweisende Spuren kamen ebenfalls vor: in zwei Gräbern am nördlichen Rand des Gräberfeldes (Grab 58 und 59) warf man auf die Toten Süßwasserschnecken. Bis jetzt fand ich noch keine Angaben über eine ähnliche Erscheinung. Die Funde weisen keine Verbindungen mit den frühen Gräberfeldern aus dem 10. Jahrhundert (Karos) auf. Der anthropologische Vergleich beider Fundorte verspricht interessant zu sein. Zwischen den Fundorten gibt es aber einen Abstand von 80 Jahren, so besteht die Frage auch nach wie vor, von wem und wann die Stelle des um 950 übersiedelten militärischen Gefolges besetzt wurde. Die im Gräberfeld von Karcsa Bestatteten konnten die Abkömmlinge einer in der Mitte des 10. Jahrhunderts angesiedelten Gruppe sein, die auch selbst ein neues Siedlungsgebiet Anfang des zweiten Drittels des 11. Jahrhunderts einnahm. Die vollkommene Frei­legung dieses Fundortes ist trotzdem ein großer Gewinn für unsere Disziplin, da kein ähnliches, vollkommen oder teils freigelegtes Gräberfeld in dieser Region bis dahin bekannt war. Die Frage, wonach die Belegung des Gräberfeldes von Karcsa mit dem Bau der in der Nähe (1 km weit entfernt von da) befindlichen Kirche von Karcsa gleichzeitig aufhörte, wirft sich weiterhin auf. Während der Ausgrabung von Karcsa meldete Attila Barati, Bürgermeister von Pácin, daß Menschenknochen bei Ackerbestellung in Pácin-Sérhomok zum Vorschein kamen. 115

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