H. Kolba Judit szerk.: Führer durch die historische Ausstellung des Ungarischen Nationalmuseums 2 - Von der Staatsgründung bis zur Vertreibung der Türken - Die Geschichte Ungarns im 11.-17. Jahrhundert (Budapest, 1997)

SAAL 5 - Die Herrschaft der Jagcllonen in Ungarn (Anfang des 16. Jahrhunderts) (Piroska Biczó)

41. Renaissance-Stallum mit Intarsien, Bártfa (Bardejov), St.-Egidius-Kirche, Anfang 16. Jh. aufgestellte Bandérium unter eigener Fah­ne in den Krieg fuhren. Nach dem Tode Wladislaus' II, kam sein zehnjähriger Sohn Ludwig (Lajos) II. ( 1516­1526) - der auch Böhmen von seinem Vater erbte auf den Thron. Die in den 1520er Jahren unternommenen Anstrengungen des jungen Herrschers zur Stärkung der Königs­macht blieben in dem von Parteiinteressen und sozialen Gegensätzen zerrütteten Land ergebnislos. DER KÖNIGSHOF An die Jagello-Herrscher erinnern zwei Adelsbriefe, das große Hoheitssiegel von Wladislaus und die mit Verbreitung der Re­naissance-Medaillenkunst in Mode gekom­menen Portrait- und Gedenkmedaillen. In Wladislaus' II. Herrschaftszeit wurden erstmals Jahreszahlen auf die ungarischen Münzen geprägt. Als Versuch wurden nach Tiroler Muster auch Guldiner ausgegeben, die als Vorläufer der späteren Taler gelten können. Die gesellschaftliche Veränderung der Jagellonenzeit, die Sonderstellung der führenden Schicht des Adels, zeigte sich auch in solchen Äußerlichkeiten wie dem Recht der Benutzung roter Siegel. Ein sol­ches ziert die Urkunde von Landesrichter Péter Geréb von 1496. In Wladislaus' Auftrag schrieb der kleinad­lige Landrichter István Werbőczi die erste Zusammenfassung des ungarischen Ge­wohnheitsrechts, das Tripartitum. Indem er in seinem Werk die Schichtung des Adels unberücksichtigt läßt, will er den Anschein erwecken, daß jeder Adlige über die glei­chen Freiheitsrechte verfüge. Seine Auffas­sung blieb für Jahrhunderte die herrschen­de in Ungarn, doch konnte die Gesetzes­sammlung aufgrund des Widerstandes des Hochadcls nie zum Gesetz werden. Die Tracht Ludwigs II. und das Kleid der Königin Maria gelangten 1928 aus Mariazell ins Nationalmuseum. Das Kleid der Königin aus italienischem Seidendamast folgt der bur­gundischen Mode von 1520-1530 (Abb. 40). Aus der Waffenkammer der Jagellonen be­wahrt das Nationalmuseum zwei herausra­gende Stücke auf, das Schwert Wladislaus 'II. und den Kinderharnisch von Sigismund Jagelló, dem späteren polnischen König (Abb. 42-43). Das Schwert von 1509 ist ein hervorragendes Werk der italienischen Re­naissance, Papst Julius II. schenkte es Wla­dislaus II. als Symbol der vor dem König stehenden großen Aufgaben im Kampf

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