H. Kolba Judit szerk.: Führer durch die historische Ausstellung des Ungarischen Nationalmuseums 2 - Von der Staatsgründung bis zur Vertreibung der Türken - Die Geschichte Ungarns im 11.-17. Jahrhundert (Budapest, 1997)
SAAL 5 - Die Herrschaft der Jagcllonen in Ungarn (Anfang des 16. Jahrhunderts) (Piroska Biczó)
42. Kinderharnisch des polnischen Königs Sigismund Jagelló, Jörg Seusenhofer, Innsbruck, 1533 gegen die Türken. Das Ölbild Ludwigs II. neben dem Panzer ist das Werk eines unbekannten italienischen Meisters. Auch im Budaer Königspalast wurden die Renaissance-Bauarbeiten unter Wladislaus II. fortgesetzt, teils zur Vollendung der Bauten von Matthias. Des weiteren zeugen die Funde in der Königsvilla von Nyék (heute Budapest, II. Bezirk) von bedeutender Bautätigkeit der Wladislaus-Zeit. Aus dem dortigen Schloß stammt das Balusterpfei-lerfragment mit dem Wladislaus-Mono-gramm. DAS VORDRINGEN DER RENAISSANCE AM ANFANG DES 16. JAHRHUNDERTS Am Beginn des 16. Jahrhunderts beschränkte sich der Renaissance-Stil nicht mehr nur auf den Königshof und dessen engere Umgebung. Die Verbreitung des neuen Kunststiles demonstrieren die hochadligen und Prälaten-Burgschlösser sowie die Renaissance-Umbauten von Palastflügeln. Ein herausragendes Architekturdenkmal dieser Periode ist die vom Kardinal und Erzbischof von Esztergom Tamás Bakócz in Esztergom errichtete Beerdigungskapelle. Der aus dem Leibeigenenstand stammende Tamás Bakócz stieg durch seine kirchlichen Amter zu den einflußreichsten und begütertsten Herren Ungarns auf. Der Grundstein der Bakócz-Kapelle wurde 1506 gelegt, ihr Altar aus carrarischem Marmor - der 1519 in der Kapelle aufgestellt wurde, stammte von dem Florentiner Bildhauer Andrea Ferrucci. Das Bartfelder Renaissance-Stallum wiederum ist ein Zeugnis der Verbreitung des neuen Stiles unter dem städtischen Bürgertum. Das Stallum ist nicht mehr mit der spätgotischen Flachschnitzerei, sondern mit in der Renaissance verbreiteten, in Ungarn durch italienische Meister eingeführten Intarsien verziert. Die Darstellungen zeigen die unmittelbare Umgebung, die gotischen Städte Oberungarns (Abb. 41). Die Grabungsfunde von Burgen und Gutszentren zeugen davon, daß sich auch im Alltag der Anspruch auf den Luxus und auf schönere Gebrauchsgegenstände erhöhte. Die Krüge aus dem Brunnen der Burg von Szécsény sind herausragende Stücke der glasierten Zierkeramik aus den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts (Abb. 44). Die gotischen Kachelöfen wurden nach und nach durch Renaissanceöfen ausgetauscht. Die Renaissance-Ofenkachel aus der Burg Kőszeg stammt aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. DER BAUERNKRIEG VON 1514 Papst Leo X. rief 1513 einen Türkenkreuzzug aus, mit dessen Führung er Tamás Bakócz betraute. Als Hinweis darauf sind