Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Keramik

bungsfotos gehört der Mahlstein zu den Siedlungsfun­den. Diese Bestattungssitte war in den Gebieten nördlich des Schwarzen Meeres schon im 8. Jh. v. Chr. üb­lich. 795 Es ist anzunehmen, dass ihre allgemeine Ver­breitung in der Ungarischen Tiefebene in der mittleren Eisenzeit damit im Zusammenhang stehen kann, dass der Ackerbau im Leben der dort ansässigen Völker an Bedeutung gewann. Man kann außerdem die Tatsache nicht außer Acht lassen, dass es in der Tiefebene kei­nen rohen Stein gab, der wurde von der Gebirgs­gegend dorthin befördert, d.h. der Stein konnte einen besonderen Wert gehabt haben. Die Mahlsteine wur­den den Verstorbenen nicht als je ein persönlicher Gegenstand, als eigenes Arbeitsgerät der verstorbenen Person beigegeben, sondern als wertvolle Opfergegen­stände im Grab gelegt. Darauf weist die Tatsache hin, wonach in den Pferdebestattungen von Szentes - Ve­kerzug, sowie in der Bestattung 162 von Tápiószele auch neben Pferdeschädeln auch Mahlsteine aufzufin­den waren. 796 János Makkay veröffentlichte mehrere Angaben aus dem Neolithikum, aus der Bronzezeit dazu, wie die Mahlsteine beim Opferdienst benützt wurden, wie sie nach dem rituellen Mahlen in den Gruben begra­ben wurden. 797 Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Volk der Alföld-Gruppe eine uralte, aus der Bron­zezeit überlieferte Tradition pflegte, indem man in den einzelnen Gräbern Mahlsteine legte. Im Denkmalmaterial der Alföld-Gruppe kommt auch ein scheibenförmiger Mühlstein in der Mitte mit einem Loch vor. Dieser Gegenstand ist aus einer Grube der in der Gemarkung Szolnok - Arcsi freigelegten Siedlung zum Vorschein gekommen (Taf. 80, 11). Wetzsteine. Die Fundorte sind auf der Liste 12. Geschliffene Steinkeile: Tiszavasvári - Dózsa-telep Grab 8/a (Taf. 101, 17), Grab 59 (Taf. 112. 16). Feuersteinklingen: Algyö Grab 98 (Taf. 2, 17), Tiszavasvári - Dózsa-telep Grab 6/b (Taf. 101, 18), 14, Tápiószele Grab 342. Obsidianklingen: Tiszavasvári - Csárdapart Grab 9 (Taf. 115, 9), Grab 17 (Taf. 117, 12) Grab 29 (Taf. 119, 10). Grab 48. Obsidiannukleus: Ti szavasvári - Dózsa-telep Grab 39 (Taf. 107, 17). Geschliffene Schlagsteine: Tiszavas vári - Dózsa­telep Grab 38 (Taf. 107, 10-12), Tarnaörs - Rajnapart (Taf. 90, 8). Geschliffene Farbenreibsteine: Orosháza - Gyopá­ros Grab 2, 6, 86. 798 Steinstücke, Steinplatten: Heves Grab 1, 3, 5, Kesznyéten Grab 5, Muhi Grab 3, 4, 9, 22, Nógrád­kövesd Grab 11, 21, Nyáregyháza Grab 17, 23,32,33, 40, Sándorfalva Grab 165, Szentes - Vekerzug Grab 30.36.75 usw. (PÁRDUCZ 1954, Taf. 23-25), Szilvás­várad Grab 1, Tápiószele Grab 24, 149, Tiszavasvári ­Dózsa-telep: Grab 6/b, 15, 38, 6/b, 23. 26, 41, Tiszavasvári-Csárdapart: Grab 3, 50, Vámosmikola Grab 23, 27. Die überwiegende Mehrheit der in den Bestattun­gen gefundenen Wetzsteine, die gespalteten Stein­werkzeuge, geschliffenen Steingeräte gehörten ver­mutlich zu den Gebrauchsgegenständen der verstor­benen Personen. Es war in der Eisenzeit im ganzen eu­rasischen Raum Sitte, Wetzsteine in die Gräber zu legen. 799 Auch in Transdanubien und in der Tiefebene war dieser Brauch am Leben, wovon zahlreiche Grab­funde der frühen Hallstattkultur, 800 sowie der Vor­skythen- und Skythenzeit zeugen. Die geschliffenen Steinstücke dürften die gleiche Funktion gehabt ha­ben, wie die Wetzsteine. Die trapezförmigen geschlif­fenen Steinkeile können zufällig gefundene stein­zeitliche Funde sein, die ebenfalls zur Schärfung von Eisengeräten, Waffen benützt wurden. Derartige Steinkeile kommen auch in den Grabfunden der transdanubischen Hallstattkultiir vor. 801 Es ist durc­haus möglich, dass die aus zahlreichen skythenzeit­lichen Bestattungen in der Tiefebene zum Vorschein gekommenen Feuersteinsplitter zu Feuerschlaggarin­turen gehörten. KERAMIK Die Töpfer der Alföld-Gruppe stellten zweierlei Gefäße her, und zwar handgemachte Gefäße und scheibengedrehte Gefäße. Der Keramikbestand weist relativ wenige Formen auf. Die Mehrzahl der handge­machten Gefäße haben Formen spätbronzezeitlichen ­früheisenzeitlichen Ursprungs, aber es gibt auch einige Gefaßtypen fremder Herkunft. Vom Formen­schatz des früheren örtlichen Töpferhandwerks wurde die Herstellung der folgenden handgemachten Gefäße übernommen, bzw. weitergeführt: 795 796 797 7« MACIIORTVCH 2005, 79. PÁRDUCZ 1966, 44. Abb. MAKKAY 1978, 30-35. JUHASZ 1976, 251 799 800 801 MACHORTYCH 2005, 112. PATEK 1993, Tabelle 1-3. Nagyberki-Szalacska: KEMENCZEI, T., Somogyi Múzeu­mok Közleményei 2 (1975) 164.

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