Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Keramik

Handgemachte Keremik. Große Gefäße mit ovalem und doppelkonischem Kör­per: 1. Gefäße, Urnen mit doppelkonischem Körper, mit geradem Rand (z. B. Mezőcsát: Taf. 30, 17, Muhi: Taf. 36, 7, usw.). 2. Varianten der Urnen, wie oben aber mit vier Buckeln auf dem Bauch. (Balmazújváros-Hortobágy: Taf. 8, 10, Békéscsaba-Fényes: Taf. 9, 3 usw.) 3. Gefäße mit ovalem Körper, mit leicht ausladen­dem Rand. (Békéscsaba-Ziegelfabrik: Taf. 9, 13, Heves: Taf. 26, 5 usw.). 4. Varianten mit Buckeln verziert. (Taktaszada: Taf.81, 11, Tápiószele Grab 335. 337: Taf. 82, 5, Taf. 83, 12, usw.). 5. Gefäße mit ausladendem Rand und geschwun­genem Hals (Muhi: Taf. 37, 5, Taf. 39, 9). 6. Gefäße mit doppelkonischem Körper mit aus­ladendem Rand, kurzem geschwungenem Hals (Tiszavasvári-Csárdapart Grab 29: Taf. 119, 1). Tongefaße ähnlicher Form, die auch die Funktion von Urnen gehabt haben, sind auch im spätbron­zezeitlichen, früheisenzeitlichen Fundstoff der Ost­hälfte des Karpatenbeckens zu finden. Sie sind oft dunkelgrau, schwarz, innen braun, rötlichbraun. Diese Doppelfarben sind besondere typische Merkmale der Produkte des Töpferhandwerks der Alföld-Gruppe schon vom Anfang der Spätbronzezeit an. Diese Tat­sache belegt, dass die Herstellung von derartigen Tongefäßen, Urnen in der Skythenzeit in der Alföld­Gruppe die Nachlassenschaft des früheren lokalen Töpferhandwerks gewesen ist. Man muss aber hin­zufügen, dass Urnen mit ähnlichem Körper auch aus frühskythischen Grabfunden in Siebenbürgen, 802 sowie im Dnestr- und Dnjeprbecken zum Vorschein gekommen sind. 803 Aber die formale Identität dieser Gefäße mit der Keramik der Tiefebene kann aus der Verwandtschaft der spätbronzezeitlichen Kulturen dieser drei Regionen gestammt haben. Was die Re­gionen der Tiefebene betrifft, wurde die Asche der verstorbenen Person im Mittleren Theissgebiet am häufigsten in Urnen untergebracht. Wie die Keramikfunde des in Nordungarn in Roz­vágy freigelegten keltischen Gräberfeldes, 804 sowie der in Kistokaj ausgegrabenen keltischen Gräber 805 bezeugen, wurden derartige handgemachte Urnen auch noch im 3.-2. Jh. v. Chr. hergestellt. Die Gefäße mit doppelkonischem Körper und in den meisten Fällen mit Buckelverzierung sind typi­sche Exemplare im Fundmaterial der skythischen Gruppe von Siebenbürgen. Ein Gefäß dieser Art wurde in einer Brandbestattung von Újfehértó - Mics­kepuszta mit einer Brillenfibel aus Bronze vergesell­schaftet gefunden (Taf. 130,. 4). Auf Grund dessen wurden also in der Tiefebene, genauso wie in Sieben­bürgen schon Anfang der Skythenzeit Urnen mit Buckelverzierung auf dem Bauch gefertigt. Sie kom­men in den Bestattungskeramikfunden nicht zu häufig vor, ihre Unterbringung im Grab war in der ersten Hälfte der Skythenzeit östlich der Theiß gebräuchlich. Tonnen- oder eimerförmige Töpfe Diese Töpfe wurden in den meisten Fällen grob ausgeführt, die Farbe ist am häufigsten braun, gräulichbraun. Die Verzierung besteht meistens aus waagerechten Fingertupfenverzierungen unterhalb des geraden Randes, es kommen außerdem Exemplare vor, die unter dem Rand, oder auf dem Bauch mit vier Buckeln versehen sind. 1. Tonnenförmige Töpfe mit vier Buckeln verziert (Budapest-Rákos: Taf. 7, 4, Balsa: Taf. 10, 6, usw.). 2. Tonnenförmige Töpfe mit Fingertupfenleisten verziert (Balsa: Taf. 10, 5, Csanytelek-Ujhalastó: Taf. 15, 6).. 3. Tonnenförmige Töpfe, mit Fingertupfenver­zierung unterhalb des Randes (Budapest-Rákos. Taf. 7, 5, Carei: Taf. 13, 2, usw.). 4. Tonnenförmige Töpfe mit kurzen Fingertupfen­leisten (Muhi: Taf. 43, 7, Nyíregyháza: Taf. 50, 9). 5. Eimerförmige Töpfe mit Fingertupfenleisten un­terhalb des Randes (Muhi: Taf. 40, 7.9, Taf. 41,11). Urnen bildeten die Mehrzahl der tonnen- oder eimerförmigen Töpfe. Besonders im Oberen Theiß­Gebiet war es Brauch, die Asche in Gefäßen dieser Form legen. Unter den Funden der Gräberfelder im Westteil des Gebietes zwischen Donau und Theiß, sowie im Fundstoff der Gräberfelder im Gebirgsland kommt diese Urnenform entweder nicht vor, oder ist nur durch einige Exemplare vertreten. Dieser Ge­faßtyp ist auch in der Grabkeramik der Kustanovice­Gruppe vorhanden. 806 Töpfe ähnlicher Form sind unter den Produkten des Töpferhandwerks aller Kulturen des Karpatenbeckens in der Spätbronzezeit aufzufinden, sie wurden also ohne Zweifel von den Töpfern der Alföld-Gruppe auf Grund örtlicher Traditionen gefertigt. Diese örtlichen Traditionen hatten besonders im Oberen Theiß-Gebiet eine große Wirkung, weil dort auch in der Präskythen­802 803 VASILIEV 1980, Taf. 6. SMIRNOVA 1977, 33. Abb. 3; II.'INSKAJA/ MOZOLEVSKIJ /TERENOZKIN 1980, 54. 8(14 805 ; HUNYADY 1942, Taf. 4, 9-10.13, Taf. 5, 2. HELLEBRANDT 1994, 82. Abb. 29, 29-32. POPOVIC 1993, 270. Abb. 135.

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