Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Geräte

Alföld-Gruppe wurden von Júlia Kisfaludi veröffent­licht. 783 In anderen Gebieten sind nur einige ähnliche Funde zum Vorschein gekommen. In Siebenbürgen wurde während der Freilegung einer mehrschichtigen Siedlung der Basarabi-Kultur in der Gemeinde Ber­nadea (Bernád, Komitat Maros) Tonstempel mit dop­pelspiralförmiger Verzierung gefunden, der auf den Anfang des 6. Jh. v. Chr. datiert wurde. In der Erdburg vom südwestslowakischen Smolenice im Gebiet der mitteleuropäischen Hallstattkultur, 784 und in der Sied­lung Salzburg - Hallbrunnenberg gelangten Stempel mit Mäanderverzierung ans Tageslicht, 78- aus dem Grab 5 im Gräberfeld von Führholz (Kärnten) kam ein mit X-förmigem Muster verzierter Stempel zum Vor­schein, welche aus den Perioden Ha C2-D1 stam­men. 786 Der Forschung gelang es bis jetzt nicht über­zeugend festzustellen, woher und wann der Gebrauch der Benützung der Tonstempel in die Tiefebene gelangte. In dem in Taktabáj freigelegten Gräberfeld der spätbronzezeitlichen Gáva-Kultur, also aus einer Periode vor der Skythenzeit wurden zwei Tonstempel gefunden, welche aber keine Verzierung hatten. 787 Ebenfalls mit spätbronzezeitlichen Keramikfunden zusammen kam ein Tonstempel in Siebenbürgen (Baciu) zum Vorschein. Dieses Exemplar ist mit Kreismotiv verziert. 788 Die Tongefäße wurden im Waldsteppengebiet östlich der Karpaten oft mit gestempelten Motiven verziert, aber in der Tiefebene gibt es keine derartig verzierte Keramik im skythenzeitlichen Fundmaterial. Auf Grund der im Ziskaukasusraum zum Vorschein gekommenen vorskythenzeitlichen Tonstempel hielt Mihály Párducz für vorstellbar, dass die in der Tief­ebene freigelegten Stempel einen östlichen Ursprung haben. 789 Aber seiner Meinung war diese Hypothese wegen der großen Entfernung in Raum und Zeit zwi­schen den ähnlichen Funden des Raumes vom Kaukasus und der Tiefebene für nicht zu belegen. Auch der einzige Stempel im frühskythenzeitlichen Denkmalmaterial des Kubangcbictcs liefert keinen genügenden Beleg für die Feststellung des Ursprungs der in der Tiefebene zum Vorschein gekommenen Ex­emplare. 790 Neuerlich wurde die Theorie des Ur­sprungs vom Steppengebiet wieder aufgefrischt, aber als Beleg konnte man nur den neuen Stempelfund bei Odessa anführen. 791 Das genügt aber offensichtlich nicht. Auf lokalen Ursprung weisen demgegenüber die in Taktabáj und in Siebenbürgen zum Vorschein gekommenen spätbronzezeitlichen Tonstempel, ka­men. Zwar stammen sie aus einer viel früheren Zeit vor der Skythenzeit. Für Vorläufer können noch einige vorskythenzeitliche im Waldsteppengebiet ge­fundene Tonstempel gehalten werden. 792 Als Schluss­folgerung kann man also nur soviel feststellen, dass die Benützung der Tonstempel nur im Kreis des Volkes der Alföld-Gruppe gebräuchlich war. Die ältesten Exemplare der Tonstempel sind unter den Funden jener Gräber aufzufinden, die durch ihre Gegenstandstypen in die Perioden der ostalpinen Hall­stattkultur Ha C2 - HaDl datiert wurden. Das Stück aus dem Grab 4 im Gräberfeld von Tiszavasvári ­Dózsa-telep (Taf. 104, 7) kann auf Grund einer Bron­zefibel mit rechtwinkeliger Fußplatte datiert werden. Im Denkmalmaterial der späten Skythenzeit kommt kein Tonstempel vor. Die Stempel wurden in den Gräbern derjenigen Personen untergebracht, die auf irgendeine Weise aus der Gemeinschaft hervorragten. Vermutlich wurden geometrische Motive an Haut und Bekleidung mit den Tonstempeln angebracht. Diese Motive dürften Zeichen, Symbole gewesen sein, die die Stelle der Verstorbenen in der Gemeinschaft bezeichneten. Steingeräte Wie man darüber zuerst im Aufsatz von Mihály Párducz lesen konnte, 793 kamen vollständige oder fragmentarische Mahlsteine aus mehreren mitteleisen­zeitlichen Gräberfeldern in der Tiefebene zum Vor­schein. Fundorte auf der Liste 12. Der Brauch dem Toten Mahlsteinen mitzugeben war eine neue Sitte in der Theiss-Gegend in der Skythenzeit. Aber das ist wahr, dass auch aus mehre­ren Bestattungen des Volkes der Kultur von Mezőcsát aus der vorskythischen Periode geschliffene oder Bruchsteinstücke zum Vorschein kamen. Das Ver­zeichnis dieser Steine wurde von Edit Matúz zusam­mengestellt. 794 Aber Mahlstein wurde nur neben dem Grab 9 von Füzesabony-Öregdomb gefunden. Aber dieses Grab wurde in einen mittelbronzezeitlichen Siedlungshügel gegraben und auf Grund des Ausgra­783 784 785 786 787 KISFALUDI 1997, 75-107. DUSEK 1984, Taf 68, 14. MOOSLEITNER 1979, 66. Abb. 12, 15, STÖLLNER 1996, Taf. 89, 331. WEDENIG 1993, 146. Taf. 4, 4. KEMENCZEI 1984a, Taf. 158, 6-7, Taf. 161,4. KALMAR 1987, 172, Abb. 5, 8. PARDUCZ 1973, 53. 790 791 792 793 794 GALANINA 1997, 163. CHOCHOROWSKI 1998, 484-486. ROMANOVSKA.IA 1980, 291. PARDUCZ 1966, 83. Ároktő, Füzesabony - Kettöshalom, Mezőcsát, Maklár, Sirok, Tarnaörs, Szeged - Algyő, Tápé - Lebő: MATUZ 2000, 145-146.

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