Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Geräte

auch an anderen Orten zur Herstellung von Schmuck. Als Beispiel dafür kann hier vom Osten eine im Kubangebiet freigelegte vorskythische Bestattung angeführt werden, 775 während aus dem mitteleuropäi­schen Kulturkreis die Gräber 11 und 57 des hallstatt­zeitlichen Gräberfeldes von Loretto in Burgenland zu erwähnen sind. 776 In der Tiefebene kamen derartige als Schmuck getragene Schneckenperlen sogar aus mehreren bronzezeitlichen Gräbern zum Vor­schein. 777 Vermutlich hatten diese Perlen die gleiche Bedeutung wie die Kaurischnecken. Korallenperlen Korallenperlen kamen aus der Skythenzeit nur im Gräberfeld von Sándorfalva - Eperjes zum Vorschein. In der im Grab 165 gefundenen Schmuckgarnitur gab es (Ringaugenperlen, Bernsteinperlen, Goldperlen) auch drei Korallenperlen (Taf. 60.). Frühere Funde mit Korallenperlen waren in Ungarn nur aus dem mit­telbronzezeitlichen Schatzfund von Zsadány Orosipuszta, 778 sowie aus einigen keltischen Grabfun­den bekannt. 779 Was den Fundstoff aus der mittleren Bronzezeit betrifft, ist es ungewiss, ob die Fundstücke zusammen von ein und derselben Fundstelle stammen, so kann man auch die dazu gezählten Korallenperlen nicht datieren. In der Keltenzeit, seit dem 4. Jh. v. Chr. wurde die Koralle aus der am nächsten liegenden Gegend ihres natürlichen Vorkommens, von dem öst­lichen Küstengebiet der Adria ins mittlere Donau­becken gebracht. Die im Gräberfeld von Sándorfalva zum Vorschein gekommenen Korallenperlen konnten durch die Vermittlung der südostalpinen Hallstattkul­tur in die Tiefebene glelangt sein. Anhänger aus Tierzähnen Aus mehreren Bestattungen der Alföld-Gruppe sind oben durchgelochte Tierzähne zum Vorschein gekommen (Liste 9). Jedes Exemplar ist oben durch­gelocht. Auch unter den Beigaben der skythischen Gräber des Steppengebietes gibt es Anhänger aus Tierzäh­nen. 780 Wie die Bestattungen in Siebenbürgen bezeugen, gelangte die Sitte der Unterbringung von Anhängern aus Tierzähnen im Grab zur Frühskythen­zeit ins Karpatenbecken. 781 Sie waren vermutlich keine Schmuckstücke, sondern sie sollten als Amu­lette, rangzeigende Zeichen gedient haben. GERÄTE Spinnwirtel aus Ton Zahlreiche Spinnwirtel aus Ton kamen aus den Bestattungen der Alföld -Felvidék-Gruppé zum Vor­schein, die meisten davon sind unverziert, haben eine gedrückte Kugelform, und sind in der Mitte durchge­bohrt. Im Allgemeinen sind sie unverziert, aber es gibt einige verzierte Exemplare. Ihre Verzierungselemente sind kreisrunde Einritzungen, Gravierungen, schräge Kannelierungen, Facettierungen, Hakenkreuze. Die Fundorte siehe auf der Liste 10. Obwohl man aus den Grabfunden auf die Funktion dieser Gegenstände nicht schließen kann, war die Mehrzahl der Forscher der Meinung, dass diese Stücke als Spinnwirtel benützt worden waren, während des Erachtens anderer Forscher diese Gegen­stände Schließknöpfe von Taschen gewesen waren. Jene Exemplare konnten diese letztens erwähnte Funktion gehabt haben, die einzeln in Männergräbern, oft mit Waffen zusammen zum Vorschein kamen. Der Brauch der Beigabe von Spinnwirteln aus Ton den Verstorbenen im Grab verbreitete sich ab dem 8.-7. Jh. v. Chr. im ganzen Gebiet von Ost- und Mittel­europa. 782 Das kann die Folge der weitläufigen allmählichen Verbreitung eines Glaubens gewesen sein, deren Hintergrund unbekannt ist. In den Gräber­feldern der Alföld-Gruppe kamen die Spinnwirtel aus Ton in unterschiedlicher Anzahl vor, sie sind unter den Beigaben von Brandbestattungen und Skelett­gräbern, von Männer- und Frauengräbern gleicher­weise aufzufinden. Man kann zwei Varianten der Spinnwirtel vonein­ander unterscheiden, je nachdem, ob sie verziert oder unverziert sind. Ein Altersunterschied ist zwischen den zwei Varianten nicht festzustellen. Tonstempel Das Verzeichnis, die Beschreibung und die Ab­bildungen der Tonstempel aus den Gräberfeldern der Klin Jar, Kislovodsk: DUDAREV 1995, 237. Abb. 11, 5; 365. Abb. 137, 9 NEBELSICK 1997, 99. Abb. 41. HELLEBRANDT2004, 194. Abb. 5: Ernőd; HANSEL / KA­LICZ 1986, Taf. 9/c: Mezőcsát; TROGMAYER 1975, Taf. 7, 4, Taf. 11, 1 usw.: Tápé; KOVÁCS 1975, Taf. 9, 98/8-9, Taf. 10, 100/27 usw.: Tiszafüred. " Ö KOVACS 1986, 28. 779 SCHMID-SlKIMIC 2000, 153-155 780 ILTNSKAJA 1968, 160; GALANINA 1997, 135. 781 HANSEL / KALICZ 1986, Taf.4, 7/F: Mezőcsát; MA­RINESCU 1984, 61. Abb. 10, 7: Märiselau 782 GAVRILJUK 1987, 121; MACHORTYCH 2005, 79; PRIMAS 2007, 301.

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