Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Keramik

Von der mitteldanubischen Hallstattkultur übernom­mene Gefäßtypen 1. Gefäße mit bauchigem Körper, ausladendem Rand, mit kannelierter Schulter. Szob Grab 5: (Taf. 179, 13). Obwohl die kanneliert verzierten Urnen, Töpfe zu den typischen Produkten des spätbronzezeitlichen Töpferhandwerks in der Tiefebene gehören, zeigen mehrere skythenzeitliche Gefäße mit kannelierter Verzierung den Keramikstil der mitteldanubischen Hallstattkultur. Die Merkmale dieses Stils sind das aus schrägen, kreisbogenförmigen, waagerechten Kanne­lierungen bestehende Muster (Csanytelek - Ujhalastó, Grab 191: Taf. 15, 11), die aus kreisrunder Kan­nelierung (Muhi - Kocsmadomb, Grab 5: Taf. 36, 8), aus tiefer, senkrechter Kannelierung (Miskolc, Botond Str. Grab 6: Taf. 159, 11), aus keilförmiger und waagerechter Kannelierung bestehenden Verzierun­gen (Mezőkövesd - Mocsolyás: Taf. 35, 3; Salgótar­ján - Industriepark: Taf. 176, 4). Diesen Gefäßen ähnliche Fundstücke kann man im Fundmaterial aus der Westhälfte des Karpatenbeckens aus der Periode Ha Dl-2 beobachten. 841 2. Schüsseln innen mit graphitiertem Gittermuster verziert: Kesznyéten Grab 12 (Taf. 29, 23), Mező­kövesd (Taf. 35,2. 5), Szolnok-Gulyás ér (Taf. 80, 6). Die Töpfer der mitteldanubischen Hallstattkultur fertigten mit Gittermuster verzierte Keramik von der Periode Ha D2 an. 842 Wahrscheinlich von Transdanu­bien ausgehend verbreitete sich die Herstellung der Tongefäße von diesem Typs in der zweiten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. im Theißgebiet. 3. Henkeltasse mit ausladendem Rand und mit kan­nelierter Schulter. Hortobágy - Árkus Grab 43 843 , Gyál, Fundstelle 7/A (Taf. 25, 10-11), Szolnok ­Zagyvapart (Taf. 80, 5), Tápiószele Grab 58.76.335, Salgótarján - Industriepark 2 (Taf. 176, 9). Im Gebiet der Mitteldanubischen Hallstattkultur begann man in den Perioden Ha C2 - Dl mit der Her­stellung von Henkeltassen mit kannelierter Schul­ter. 844 Unter den derartigen Tassen gibt es auch innen mit eingeglätteten Liniengruppen oder mit eingeglättetem Gittermuster verzierte Exemplare mit Knöpfen am Henkel: Szentes - Vekerzug Grab 134 (Taf. 77, 8), Szob Grab 5 (Taf. 179, 3), Tiszavasvári - Csárdapart, Grab 32 (Taf. 119, 20). Es gibt mehrere ähnlich verzierte Gefäße auch im transdanubischen Fundmate­rial der Hallstattkultur. Die ältesten dortigen mit eingeglätteten Liniengruppen verzierten Exemplare können in die Periode Ha C2 datiert werden. 845 4. Tassen mit mehreren Buckeln am Henkel: Sal­gótarján Industriepark (Taf. 176, 5), Tápiószele Grab 372 846 D[ e Mehrzahl der Fundstellen von derartigen Tassen befindet sich im Gebiet der späten mitteldanu­bischen Hallstattkultur. 847 Die jüngsten Exemplare können schon in die Periode LT A datiert werden. 848 Zur Zeit der jüngeren Periode der mitteleuropäi­schen Hallstattkultur entwickelten sich im Vergleich zu den früheren Kontakten engere Beziehungen zwi­schen den östlich und westlich der Donau gelebten Völkern. Ein Beweis dafür sind die Verwendung eines der typischen Motive der Töpferkunst der Hall­stattkultur, nämlich des eingeglätteten Gittermusters auf den Produkten des Töpferhandwerks der Tief­ebene, bzw. die Herstellung von einigen Gefaßtypen der Hallstattkultur. Infolge der Beziehungen zwischen diesen zwei Kulturkreisen gelangten auch die Pro­dukte der Töpfer der Tiefebene in die Gebiete westlich der Donau. Zu diesen Produkten gehörten und die Tassen mit zwei Knöpfen am Henkel, sowie die scheibengedrehten Keramikstücke. Von der Ferigile-Kultur am Südlauf der Donau über­nommene Gefäßtypen. 1. Schüssel mit zwei Henkeln auf dem ausladenden Rand oder auf der Wandung: Törökszentmiklós - Sur­ján Grab 100 (Taf. 129, 2), Tiszaszőlős - Csontospart 3 (Taf 129, 16). Dieser Gefaßtyp wurde nach griechischem Vorbild in den Töpferwerkstätten auf dem Nordostbalkan 1 Sopron - Burgstall: EIBNER-PERSY 1980, Taf. 13, 3, Taf. 47, 6: Nagyberki - Szálacska: KEMENCZEI 1976, 205-206, Abb. 2-3; Smolenice- Molpir: DUSEK 1984, Taf. 38, 2, Taf. 42, 6, Taf. 43, 1, Taf. 51, 2-3 usw. DUSEK 1995, Taf. 5, 13-16, Taf. 8, 5; Taf. 11, 10 usw; Boba: PATEK 1993, Abb. 100, 15-16. 2 ROMSAUER 1996,437. 3 KEMENCZEI 2007, Abb. 2, 4. 4 Sopron - Krautacker: JEREM 1981a, 113. Abb. 6, 1; Tokod - Altáró: PATEK 1984, Taf. 8, 10, Taf. 19, 5-10; DUSEK / DUSEK 1995, Taf. 16, 1: Smolenice-Molpir. Vaszar - Pölösrét: PATEK 1993, 106. Abb. 85, 4; Sop­ron - Krautacker Grab 26: JEREM 1981a, 113. Abb. 6. 1; Pilismarót - Szobi rév: WOLLÁK 1979, Abb. 14. PÁRDUCZ 1966, Taf. 60, 24 Törökbálint- Tópark: MARÓT] 1998, 53. Abb. 2, 3-4; Nitra-Ivanka: ROMSAUER 1993, 38. Taf. 12, 19; Bcre­mend: JEREM 1972, 77. Abb. 8, 21 ; Dics 1973, 83. Abb. 8, 21; Sticna Grab. 104: GABROVEC 1966, 27. Abb. 14, 5; Wies: RADIMSKY/ SZOMBATHY 1885, Taf. 8, 12-13. Sopron -Krautcker, Haus 270: JEREM et al. 1984, 164. Abb. 15, 10; JEREM 1986, 364. Taf. 3.

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