Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

ten (Taf. 33.1-2, 6) oder solche mit Fingereindrücken (Taf. 33.3) haben. Im Inneren eines Bruchstückes laufen die gebogenen Leisten wie Turbinenblätter vom Zentrum zur Wand (Taf. 33.5). 4.4.1.1.22. Einzelstücke Kragenbecher. Sein Körper ist ein steilwandiger umgekehrter Kegelstumpf, dem sich ein kragenartig ausladender Rand anschließt (Taf. 30.10). Kugelbauchbecher. Der gerundete Bauch eines kleinen Gefäßes gröberer Ausführung geht in einen ge­bogenen Hals mit ausladendem Rand über. Vom Rand blieb nur etwa ein Viertel erhalten, so daß sich nicht feststellen ließ, ob es einen Henkel hatte (Taf. 30.11). Kugelbauchbecher. Dem gerundeten Bauch des kleinen Gefäßes schließt sich ein relativ langer, kegelförmiger Hals an (Taf. 30.12). Kleine Henkeltasse. Auf dem Rand der grob gear­beiteten kleinen Tasse mit fast gerundetem Boden sitzt eine Öse, der gegenüber sich gewiß auch eine weitere befand (Taf. 30.13). 271 An ihrer Innenwand hatten sich Farbreste angelagert. Kleine Tasse mit viereckigem Mund. Der Mundrand einer grob gearbeiteten halbkugligen kleinen Tasse geht in eine viereckige Form mit ungleichen Seiten über. Die Ecken des Randes bilden kleine herausste­hende spitzige Warzen. Auch in der Mitte der längsten Seite befindet sich eine kleine herausstehende Warze wie ein Pseudoscheibenhenkel, die vielleicht auch als Griff zu betrachten ist. Möglicherweise war die Tasse ein Spielzeuggefäß (Taf. 30.14). Doppelkonischer Becher. Von einem ursprünglich länglichen kleineren Gefäß blieb nicht ganz die Hälfte erhalten. Der Bauch ist kegelförmig, und aus der präg­nanten Schulter erhebt sich ein länglicher kegelför­miger Hals (Taf. 32.9). Becher mit durchbohrtem Henkel. Mit seiner Ge­stalt - halbeiförmiger Bauch, fast nur angedeutete Schulter und kurzer Hals - ähnelt er dem bei den Bechern behandelten Henkelbecher. Interessanter­weise hat er keinen wirklichen Henkel, nur sein Rand ist an zwei Stellen für einen Schnurgriff durchlocht. Über dem Loch spitzt sich der Rand warzenartig zu, aber auch darunter sitzt eine gleichfalls wie ein Scheibenhenkel wirkende Warze (Taf. 30.16).2 72 Vierblasenbecher. Von einem kleinen, nur 6,5 cm hohen Gefäß blieb nicht ganz die Hälfte erhalten. Den gerundeten Bauch gliederten ursprünglich vier Blasen, die nicht nur von einer tief eingravierten Linie umge­ben wurden, sondern jede selbst einen solchen Kreis­graben auf sich trägt. Über dem Bauch sitzt ein relativ kurz aufragender Hals (Taf. 32.13). Gewissermaßen ähnelte ihr eine Vierblasentasse mit weiterem Mund aus Grab 4 des Gräberfeldes Pusztaistvánháza der Bodrogkeresztúr-Kultur, auf deren Blasen sich aber keine Kreisgräben befinden. 273 Niedriger Topf. Der Aufbau des Bruchstückes von einem ursprünglich 10-13 cm hohen Gefäß mit Rand­Dm von 10-11 cm und Bauch-Dm von ca. 17 cm ­über einem gerundeten Bauch ein sich auf einer präg­nanten Schulter erhabender konischer Hals und auf dem Rand sitzender Henkel - erinnert stark an den der Milchtöpfe der Bodrogkeresztúr-Kultur (Taf. 32.7). Der Scheibenhenkel und unter ihm die Warze auf dem Bauch reihen ihn jedoch zweifellos in die Keramik der Hunyadi halom-Kultur ein. Sohlenschale. Ihr Körper ist doppelkonisch, hat einen schwach ausladenden Rand, der Boden ist als kleine Sohle gestaltet (Taf. 30.15). Scheibenförmige Schale. Das Fundmaterial enthält ein dickwandiges Schalenbruchstück mit ganz flachem Boden und steil aufragender Wand, 274 die ca. in halber Höhe von einem Loch mit 0,5 cm Dm durchbrochen ist. Die mit vergröberten Fingerein­drücken gestaltete Außenwand ist unter den Keramik­funden der Siedlung ohne Analogie, weshalb das uni­kale Stück nur mit Vorbehalt zur Hinterlassenschaft der Hunyadi halom-Kultur gerechnet werden kann (Taf. 32.11). 4.4.1.1.23. Besonderheiten Pantoffelgefäß. Es gibt unter den Tiszalúcer Keramikfunden ein ganz sonderbares Gefäß, das in unversehrtem Zustand in Segment 68 in der zweiten Spatentiefe (ca. 25-50 cm) über der bis dorthin reichenden Grube 62/A gefunden wurde. (Deshalb ist anzunehmen, daß es in der oberen Schicht der im Obergrund noch nicht erkennbaren Grube gelegen hat.) Die Form sieht aus, als seien vier Pantoffel mit aufgebogenen Spitzen mit den Fersen kreuzförmig zusammengesetzt worden. Es ist so realistisch gear­beitet, daß kein Zweifel daran besteht, welche Art Schuhwerk imitiert wurde. Selbst die Nähte sind durch Fingereindruckleisten oder Punktreihen ange­deutet. Am Treffpunkt der "Fersen" befindet sich der stehende zylindrische Mund (Abb. 74). Das kleine Gefäß war beschädigt; es hatte an einer Seite kernen Henkel, der aber bei der Restaurierung ergänzt wurde. An dem entzweigebrochenen Gefäß saß nur ein Henkel, aber ihm gegenüber mußte ein weiterer gewesen sein, der bei der Restaurierung auch wiederhergestellt wurde. HILLEBRAND 1929, Abb. 5.3

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