Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

Varianten geben, zwischen denen noch Übergangsfor­men vorkommen können. Sich über sie in - recht un­sichere - Details zu vertiefen, wäre zwecklos. Doch muß auch angemerkt werden, daß es bei den Haus­haltsgefäßen - selbst denen identischen Charakters ­recht bedeutende Größenunterschiede gibt. Es gibt Gefäße riesiger Größe, wahrscheinlich zur Nahrungs­mittellagerung, mit Mund-Dm um 30-40 cm (Taf. 31.1-2) - eines ist sogar größer als 50 cm 266 -, während andere ähnlichen Aussehens nur 15 cm er­reichen (Taf. 31.3-4). Krug mit profilierter Schulter. Die vielleicht häu­figste Variante stellen Gefäße dar, deren umgekehrt bimen- (oder faß-)förmiger Körper in eine recht pro­filierte Schulter übergeht und sich auf dieser ein rela­tiv kurzer, gerade aufsteigender (Taf. 31.3-5), schwach ausladender (Taf. 31.1-2) oder eingezogener (Taf. 50.3) Hals erhebt. Mehrere von denen mit einge­zogenem Hals haben eine kaum mehr profilierte Schulter (Taf. 31.6). Den Rand der meisten Exemplare zieren Fingereindrücke. Bei vielen ist die Oberfläche rauh (Taf. 50.3). Auf den Bruchstücken der zu diesem Typ zu rechnenden Gefäße - allgemein die kleineren ­finden sich vom Rand ausgehende und den Hals über­brückende Henkel (vermutlich waren es zwei oder vier am Gefäß - Taf. 31.7-8) und auf der Schulter auch Warzen (Taf. 31.3, Taf. 50.3). Krug mit gebogener Schulter. Eine ebenfalls häufige Variante der vorigen, mit dem Unterschied, daß der Hals ohne ausgeprägte Schulter gebogen vom Bauch ausgeht (Taf. 31.11, Taf. 39.4). Auch auf ihnen finden sich Warzen (Taf. 31.10) und den Hals über­brückende Henkel (Taf. 31.9). Urnenförmiges Trichterhalsgefäß. In nicht unbe­deutender Zahl wurden Trichterhals- und stark ausladende Randbruchstücke von großen bis sehr großen Gefäßen gefunden (Taf. 32.2). 267 Leider war kein Stück dabei, aufgrund dessen man hätte auf die Form des Gefaßkörpers folgern können. Dir Bauch konnte vermutlich rundlich gewesen sein, mit sicher zwei oder vier runden Henkeln, da sich auch solche Bauchbruchstücke fanden. 268 Das Vorhandensein eines derart prägnanten Trichterhalses am Ende der Hochkupferzeit ist über­raschend, da man äfinliche Keramik im Material früherer Perioden nicht kennt. Diese Form wäre eher schon für die Bronzezeit typisch, doch fanden sich zahlreiche Gefaßbruchstücke dieses Typs in Segmen­266 Inv.-Nr. 79.1.91 Per Rand-Dm von Bruchstück Inv.-Nr. 87.5.272 war 24 cm, der von Inv.-Nr. 93.1.147 war 18 cm, der des fast in­takt erhaltenen Halsteils Inv.-Nr. 79.1.186 war 25,5 cm, der seines Halses 14,5 cm. Sie konnten zu Gefäßen sogar von 50 cm Höhe und 40-45 cm Bauch-Dm gehört haben. ten, in denen bronzezeitliche Keramik (mit Ausnahme von Grube 262/A) nicht vorkommt. Auch ihr Matarial entspricht im vollen Maße dem der Keramik der Hu­nyadi halom-Kultur. Unter den Keramikfunden gibt es gröber ausge­führte - aber nicht außen rauhe -längere Bruchstücke vom Hals größerer Gefäße (Rand-Dm 11-16 cm), der ähnlich dem Hals der Amphoren nach oben schwach verengt, also kegelförmig, eventuell zylindrisch war. Daß sie nicht zu dem von uns Amphore genannten Typ gehörten, wird dadurch bewiesen, daß sie nicht als Übergang vom Gefäßbauch, sondern aus einer aus­geprägten Schulter aufsteigen (Taf. 32.1, 3), wes­wegen der Gefäßbauch stark gerundet sein mußte. Auf der Schulter eines Bruchstücks sitzt auch eine Warze, die einen Pseudoscheibenhenkel nachahmt (Taf. 32.5). Topf. Ein größerer (mit Rand-Dm von 30 cm und sogar mehr als 45 cm) grob ausgeführter Gefäßtyp, den wir nur von Bruchstücken kennen, mit einem eiförmigen Körper, von dem mit einem Übergang der im allgemeinen in einem gerade stehenden Rand en­dende kurze Hals ausgeht (Taf. 32.6). Der Oberteil des gerundeten Bauches einer Variante verengt sich gleichmäßig ohne eigentlichen Hals; fast nur der Mundrand biegt sich schwach nach oben (Taf. 32.8). An der Gefäßwand können sich Warzen oder Henkel befinden (Taf. 32.8), ursprünglich vermutlich paar­weise. Vielfach ist die Oberfläche rauh. Topf mit schräger Schulter. Ein seltenerer großer Gefäßtyp. Dem Körper mit der Form eines halben Eies oder Fasses schließt sich über einer gekappten Schulter ein relativ kurzer, eingezogener Hals an. Im allgemeinen ist die Oberfläche weniger grob. Auf der Schulter sitzen Warzen (Taf. 32.4). 4.4.1.1.21. Geteilte Schüssel Es gibt ausgesprochen grob gearbeitete, größere (Dm 28-30 cm), 270 relativ niedrige, eigentliche nicht als Gefäß zu bezeichnende Tonschüsseln mit flachem Boden und steil aufsteigender Wand. Von mindestens 13 Stück fanden sich Bruchstücke im Fundmaterial. Gemeinsam ist ihnen, daß ihr Inneres durch Zwi­schenwände, Leisten in drei (Taf. 33.1-2), vier oder auch mehr (Taf. 33.3-4) Teile gegliedert war. Bei mehreren Bruchstücken laufen die Leisten bei ihrem Ansatz an der Wand (Taf. 33.6) ebenso wie beim Zusammentreffen in der Mitte (Taf. 33.1-2) spitz nach oben aus bzw. erhöhen sich an ihren Kreuzungspunk­ten (Taf. 33.4). Wand wie Leisten können glatte Kan­268 Beispielsweise Inv.-Nr. 80.11.188, 82.3.322 269 Bruchstück Inv.-Nr. 88.7.833 stammt von einem Gefäß mit ca. 30 cm Rand-Dm. 270 Er war nur an zwei Bruchstücken zu messen (Inv.Nr. 80.30.46, 87.5.237)

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