Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

gut rekonstruierbar war. Sein Bauch ist vollkommen kugelförmig, der sich stark verengende Hals ist gebo­gen, sein Mundrand ausladend. Auf der Schulter sitzen einander gegenüber zwei Ösen. Der Bauch ist kanneliert, außer unter den Ösen. Bauch-Dm ca. 15 cm (Taf. 14.7). 4.4.1.1.5. Schale (Tasse) In dieser Gruppe wird eine breitere Skala von nied­rigeren, gedrungenen Gefäßen zusammengefaßt, deren Durchmesser größer ist als ihre Höhe. Die größeren, gedrungenen können eher als Schalen, Schälchen und die kleineren, höheren als Tassen bezeichnet werden. Man kann mehrere Typen mit jeweils noch vielen Varianten unterscheiden. Aber scharfe Grenzen zwischen den einzelnen Typen sind nicht immer erkennbar. Flache Schale. Ihre ausgesprochen flache, unpro­filierte Wand und relativ große Weite (bei Rand-Dm 17-18 cm H 5-6 cm) begründet, sie als gesonderte Variante zu betrachten. Sie sind durch wenige feiner ausgeführte Bruchstücke vertreten; nur zwei von ih­nen konnten rekonstruiert werden (Taf. 14.9-10). Eine Variante hat eine leicht konkave Wand (wird nach außen immer flacher), wodurch sie noch flacher wirkt. Gleichzeitig sind diese Exemplare weiter, mit bis zu einem Rand-Dm von 30 cm. 190 Die Bruchstücke sind sämtlich unverziert. Ob diese Schalen Henkel gehabt haben, ist nicht festzustellen. Erwärmt sei noch ein kleines, eventuell als Kinderspielzeug zu betrachten­des Schälchen, dessen Rand an der Innenseite verdickt ist (Taf. 15.1). Einfache Schale (Tasse). Die meisten sind relativ kleine und gemessen am Durchmesser höhere Gefäße (bei Rand-Dm 6-16 cm H 4-10 cm). Dir Körper ist ebenfalls unprofiliert; die einfachsten sind kegelför­mig, mit gerader (Taf. 15.2-4), ganz schwach (Taf. 15.5, 7) oder mittelmäßig gebogener Wand (Taf. 15.6). Meist sind sie von feiner Ausführung, doch kennen wir auch gröbere, mit Fingereindrücken (Taf. 17.1) oder schrägen Rippen, Turban Windung (Taf. 17.3) auf dem Rand. Auf dem Rand der geradwandigen finden sich Scheibenhenkel (Taf. 17.2), Pseudohenkel (Taf. 17.6), Pseudohenkelwarzen (Taf. 17.5) bzw. auf dem Rand sitzende spitze Warzen (Taf. 17.4). Schale mit eingezogenem Rand. Eine weiter­entwickelte Variante der einfachen Schalen, bei der die flache Gefäßwand oben in eine prägnante Schulter übergeht, die in einem eingezogenen Mundrand endet (Taf. 15.9, Taf. 17.9). Es gibt unter ihnen auch größere Exemplare mit mehr als 30 cm Dm (Taf. 17.8). Rela­tiv viele sind gröber ausgeführt (Taf. 15.8, 10); bei 190 Inv.-Nr. 83.35.573 191 Der Durchschnitt beträgt bei Berücksichtigung von elf voll­einzelnen sitzt auf der Wand eine Warze oder ein Pseudohenkel (Taf. 17.9). Der Rand eines Bruch­stückes ist gezackt (Taf. 17.10). Halsschale (-tasse) mit verengter Schulter. Sie ist der häufigste und zugleich einer der charakteris­tischsten Typen der Feinkeramik der Tiszalúcer Siedlung. 14 intakte (bzw. restaurierte) und Bruch­stücke von mindestens 346 Exemplaren konnten re­gistriert werden. Gemeinsam ist ihnen, daß sich der verengten Schulter ihres im Profil mndlichen Körpers ein relativ niedriger Hals anschließt. Dire Maße sind sehr unterschiedlich, mit einem Rand-Dm von 7-36 cm, bei den meisten jedoch 12-26 cm. 191 Auch ihre Form ist abwechslungsreich. Der Körper eines Teils von ihnen ist ganz flach, auch ihr Boden hebt sich nicht von dem gedrungenen Körper ab (Taf. 15.11). Bei anderen geht der Körper zwar ziem­lich flach aber kegelförmig vom Boden aus und geht in den relativ gedrungenen (Taf. 15.12), schwach (Taf. 15.13-16) oder mittelmäßig (Taf. 15.17-18, Taf. 16.2, Abb. 69) konvexen Bauch über, während wieder andere relativ höher sind, sich ihr Profil aber bereits vom Boden aus schwach wölbt (Taf. 15.19-20). Andererseits gibt es auch solche, deren un­ten kegelförmiger Bauch sich mit scharfem Bruch in der Schulter verengt (Taf. 16.5). Aus der Schulter erhebt sich der steile Hals. Bei einzelnen Stücken verengt auch er sich (Abb. 69), meist ist er aber ringförmig (Taf. 15.12-13, 17-18, Taf. 16.1), wogegen er bei anderen einen ausladenden Rand hat (Taf. 15.11, 14-15, Taf. 16.3). Vereinzelt er­hebt er sich auch nach außen gebogen aus der Schulter (Taf. 15.19-20, Taf. 16.2). Die höheren Exemplare (Taf. 15.19) bilden eigen­tlich bereits den Übergang zur Situla-Form (Taf. 17.12), so daß man sie auch als tiefe Schüssel bezeich­nen könnte, nur daß ihren Hals kein Henkel über­brückt. Bei den schüsselartigen gibt es eine Variante, deren Schulter sich nicht verengt, sondern dies nur angedeu­tet ist, so daß der nach außen strebende Hals sich kaum vom Körper abhebt und auch der Mundrand­Dm größer ist als der des Bauches (Taf. 17.11). Somit unterscheidet sich ihr Charakter von dem der oben be­handelten Schalen, doch müssen sie hierzu gerechnet werden, weil den Bauch einzelner Exemplare eine Öse mit senkrechter Öffnung ziert (Taf. 17.13). An der Wand der Schalen (bzw. Bruchstücke) fin­det sich oft eine Öse (oder nahe beieinander zwei), mit enger Öffnung, durch die im allgemeinen nur eine dünne Schnur gezogen werden kann. Ursprünglich ständigen (bzw. ergänzten) Exemplaren und 131 Bruch­stücken 17,6 cm.

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