Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)
4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik
Maié Zaluzice-Laznany Grab 6 und áebastovce Grab 37 gefunden. 181 In den Gräberfeldern der Bodrogkeresztm-Kultur kommen ebenfalls - wenn auch nur in einigen und selbst dort selten - Gefäße mit gerundetem Bauch und langem Hals sowie Henkeln an der Bmchlinie von Bauch und Hals vor. 182 Diese sind alle als Varianten der sog. Milchtöpfe zu betrachten. 183 (Auch im Bestattungsritus erfüllten sie dieselbe Funktion.) Sie unterscheiden sich insofern von den Tiszalúcer Exemplaren, als ihr Hals nicht kegelförmig, sondern zylindrisch ist, so daß sie eine wesentlich weitere Mundöfmung haben. Daraufhin kann die Frage aufkommen, ob sie Vorgänger der Töpfe der Hunyadi halom-Kultur sind. 4.4.1.1.3. Krug Ähnlich den Töpfen hat er einen gerundeten oder umgekehrt birnenförmigen Bauch. Allerdings unterscheidet ihn von diesen der wesentlich kürzere Hals (nur 2-5 cm), wodurch das ganze Gefäß niedriger wirkt (12-16 cm). Außerdem hat er nicht zwei Henkel, sondern vier kleinere oder nur Ösen und auch diese nur am oberen Teil des Gefäßbauches. Diese sind oftmals einfach rund (Taf. 13.9), können aber auch Scheibenhenkel (-Ösen) sein (Taf. 37.7). Beidseitig der Henkel befinden sich auch Blasen auf dem Gefäßbauch (Taf. 37.7). An einem restaurierten Exemplar sind es acht in zwei Streifen (zwischen bzw. unter den Henkeln), die zugleich kanneliert sind (Taf. 13.9). An einem anderen Exemplar war der Bauch selbst kanneliert (Taf. 43.1). Anstelle der Blasen können aber beidseitig der Henkel auch Warzen sitzen (Taf. 36.2), und in einem Fall befinden sich auf der Blase selbst vier flache Warzen (Taf. 37.11). Außer einem restaurierten Exemplar wurden mindestens 43 Bruchstücke als solche von Krügen bestimmt. Es gibt auch ein kleines, nur 8,3 cm hohes Exemplar dieses Typs, dessen Schulter durch sechs nicht symmetrisch angeordnete Blasen gegliedert ist (Taf. 13.12), und ein Miniaturexemplar mit nur zwei Ösen auf der Schulter (Taf. 13.13). Ein dem Tiszalúcer restaurierten Exemplar ähnlicher Krug - aber ohne Blasen - wurde am Fundort Tiszavalk-Tetes der Hunyadi halom-Kultur gefunden. 184 Zu dem Typ gehört auch noch ein Krug, der in Mözs an der Donau zusammen mit Funden der Protoboleraz-Kultur freigelegt wurde (selbst wenn er nicht vier, sondern nur zwei Henkel und zwei Warzen auf der Schulter hat). 185 Wenn auch nicht gleiche, so doch weithin ähnliche Kugelbauchgefäße kommen bei den Funden der Bodrogkeresztúr-Kultur vor, 186 sehr oft mit vier Füßen. 187 Zu ihnen gehören auch kegelstumpfförmige (umgekehrt becherförmige) Deckel. 188 Ebendeshalb gehörten ganz sicher die vielen ähnlichen Gefäßdeckel im Material von Tiszalúc zu solchen Krügen. Die vier Ösen auf der Schulter dienten also dem Zweck, mittels einer durch sie und die Deckelösen gezogenen Schnur den Deckel auf dem Krug zu befestigen. 189 4.4.1.1.4. Kugelbauchtopf Aufgrund eines Bruchstückes konnte eine Gefäßform rekonstruiert werden, an deren Kugelbauch sich ein dem den Krügen ähnelnder, aber sehr niedriger eingebogener Hals anschließt. Den Hals dieses restaurierten Exemplars überbrücken zwei einander gegenübersitzende und etwas über den Rand hinausragende Scheibenhenkel. Quer zu ihnen findet sich auf dem oberen Teil des Bauches je eine linsenförmige Warze (Taf. 13.10). Aufgrund eines anderen Bruchstückes ließ sich ein weiteres, ähnlich geformtes und fast ebenso großes Gefäß rekonstruieren. Leider war von seinem Rand nur ein ganz kleines Stück erhalten, so daß sich nicht feststellen ließ, ob es Henkel und wenn ja (was wahrscheinlich ist), von welcher Form hatte. War dies der Fall, dann waren es zwei, denn unter dem erhaltenen Randstück befindet sich auf dem Bauch eine linsenförmige Warze. Da über ihr kein Henkel saß, können diese nur quer angebracht gewesen sein (Taf. 13.11). Ein Kugelbauchtopf kann auch das Gefäß gewesen sein, von dem sich nur zwei Bruchstücke fanden. Seinen Bauch gliedern (wahrscheinlich vier) relativ große Blasen, umgeben von einer tieferen Furche. Auf dem oberen Bauchteil fanden sich in der dreieckigen Fläche zwischen den Blasen ganz flache Kannelurspuren parallel zu den Furchen. An den Bauch schließt sich mit scharfem Knick ein niedriger, sich verengender Hals mit leicht verdicktem Rand an (Taf. 14.8). Von einem weiteren Exemplar fanden sich nur drei Bruchstücke, aus denen aber die Gefäßform dennoch 1 SISKA 1972, 121,134, Taf. III. 13 bzw. Taf. LX.6 Magyarhomorog-Kónyadomb Grab XXI, XXVIII, XXXVII, XXXVIII und XLVI (PATAY 1976a, Taf. IV.3, 8, Taf. VI 3, Taf. VII.4, Taf. IX.2, Taf. XII.4; PATAY 1975, Taf. 8.8-9); Hajdúszoboszló Grab 5 (PATAY 1961, 27, Taf. XIV. 1); Bodrogkeresztúr (PATAY 1961, 12, Taf. IV.3, 4) 3 PATAY 1975,21; PATAY 1976a, 228 4 PATAY 1979, 34, Abb. 17 B.-KUTZLAN 1969, 34, Abb. 4.7 Beispielsweise Fényeslitke Grab 10 (PATAY 1969, 20, Taf. 1.17); Tiszasas-Kelem (PATAY 1961, 93, Taf. XXXIII. 13). Beispielsweise Bodrogkeresztúr (PATAY 1961, 14, Taf. V.9; PATAY 1975, 23, Taf. 10.8); Fényeslitke Grab 44 (PATAY 1969, 34, Taf. VU. 12) Beispielsweise Szelevény (PATAY 1975, 22, Taf. 10.3) PATAY 1976b, 369 ff., Abb. 2-4