Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

2. Die Siedlung - 2.1. Umzäunung

2. DIE SIEDLUNG 2.1. UMZÄUNUNG Die Siedlung umgab eine ovale Umzäunung (Beilage 1-2), die sich in Form eines 30-50 cm (durchschnitt­lich 35-40 cm) breiten Grabens mit senkrechten Wän­den und flacher Sohle zeigte. Seine Tiefe betrug ge­messen von der heutigen Oberfläche 90-120 cm, er­reichte aber an der SO-Ecke 155 cm und an der NW­Seite auch 130-160 cm. 36 Dagegen reichte die Grabensohle an der abschüssigen NO-Seite, wo die Oberfläche stark von der Abrasion abgetragen war, nicht mehr unter den humushaltigen Obergrund hinab und war deshalb in einem ca. 82 m langen Abschnitt nicht zu erkennen. 37 Ebenso mündet der Umzäu­nungsgraben an der gegenüberliegenden, der W-Seite von N her in Grube 442/A und von S her in Grube 381/D, weswegen er dort in einem Abschnitt von 19,5 m nicht zu verifizieren war. Die vollständige Länge des Grabens - also der Umzäunung - und damit der Umfang der Siedlung betrug 382 m (einschließlich der Tore). Die Umzäunung selbst bestand aus in den Graben gesetzten Pfosten, ihre Spuren waren auch an vier ver­schiedenen Abschnitten zu beobachten. Am markan­testen zeigten sie sich am N-Rand der Siedlung in der O-Hälfte von Segment 408. Dort zeichneten sich in der gelbkörnigen Mischerde neun dunklere runde Flecken von 16-24 cm Durchmesser ab (Abb. 5). 38 Offensichtlich stellten diese Flecken die Spuren der in den Graben gesetzten Pfosten dar. 39 Ebenso wurden im Grabenabschnitt an der O-Seite der Siedlung in Segment 389 in der braunen bzw. gelb­körnig gemischten Erde graue bzw. bräunlichgraue Der Umzäunungsgraben wurde nicht freigelegt, sondern an 22 Stellen durchschnitten. An den Durchschneidungen zeichnete sich gut sein Profil ab. Aufgrund dessen kann als Tiefe durchschnittlich 120 cm und als Breite 37 cm angenommen werden. In dem Maße, wie die Abrasion an der NO-Seite die Ober­fläche abgetragen hatte, waren vom Untergund immer wieder neue Schichten zum humushaltigen Obergrund ge­worden, so betrug auch an der abschüssigen NNO-Seite (z. B. im Segment 425), wo im Laufe der Zeiten 50-60 cm Abb. 5 Umzäunungsgraben mit den Pfostenspuren im Segment 408 runde Flecken beobachtet. In der Mittellinie des Gra­bens, in dessen Längsschnitt wechselten sich den run­den Flecken entsprechend gefärbte senkrechte Streifen ab (Abb. 6). 40 Einer der sechs grauen bzw. bräunlich­grauen Streifen reichte bis zur Grabensohle, zwei en­Boden abgetragen war, die Dicke 30 cm. Durchmesser der runden Flecken 24,22,16,19,18,18,19,20 und 24 cm, Entfernung zwischen ihnen 12, 13, 12, 16, 10, 7, 4 und 8 cm Beim Zuschütten des Grabens wurde die Erde des ausge­hobenen humushaltigen Obergrundes mit der des gelben Un­tergrundes vermischt. Durchmesser der runden Flecken 25, 23, 23, 16, ca. 20 und 30 cm, Entfernung zwischen ihnen 12, 6, 9, 10 und ca. 20 cm

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