Szabó József: Früh- und Mittelbronzezeitliche Gräberfelder von Battonya. (Inventaria Praehistorica Hungariae 8; Budapest, 2000)

László Bartosiewicz-István Takács: Tierknochenfunde aus den früh- und mittelbronzezeitlichen Gräberfeldern von Battonya

TIERKNOCHENFUNDE AUS DEN FRÜH- UND MITTELBRONZEZEITLICHEN GRÄBERFELDERN VON BATTONYA LÁSZLÓ BARTOSIEWICZ-ISTVÁN TAKÁCS Die Erschließung der früh- und mittelbronzezeitlichen Gräberfelder auf der Fundstelle Battonya-Sandgrube der LPG Vörös Október wurde 1964 begonnen. 1 In einem Teil der Gräber wurden auch Tierknochen ge­funden, die als Überreste des Proviantes fürs Jenseits zu deuten sind. Sie bilden auf diese Weise einen Teil der Bestattungsriten. Diese Knochen sind im allgemei­nen mittelmäßig erhalten, für das Messen geeignet und lassen sich gut analysieren. Ein Teil der Knochenfunde wurde von János Ma­tolcsi schon bearbeitet. 2 Die Mehrzahl der von ihm untersuchten Knochen stammt von Rindern (Bos tau­rus L.), es sind aber auch Überreste von Schafen (Ovis aries L.) und Schweinen (Sus domesticus Erxl.) vorhanden. 3 Auch in dem von uns untersuchten Mate­rial sind diese Arten vorhanden. In seiner Abhandlung beschäftigte sich Matolcsi auch mit der Untersuchung von Pferdeknochen, die in der Erde der Einfüllung eines Grabens gefunden wur­den. 4 In der vorliegenden Arbeit analysieren wir nur die Funde der Gräber, wir erörtern die Funde anderer Objekte nicht. Demnach die Funde aus Gräbern stam­men, spiegeln sie die tatsächliche Zusammensetzung des Tierbestandes der Epoche nicht genau wider. Bei der Errechnung der Widerristhöhe wandten wir eine neue Methode an. 5 Im Interesse einer einheit­lichen Analyse maßen wir das ganze Material nach und reihten wir die Daten in eine neue Tabelle ein. Methode Aus der Mehrheit der Gräber kam nur je ein Knochen vor und sein Erhaltungszustand ist verschieden. Die Möglichkeit diese zu messen ist demgemäß begrenzt. Im Hinblick darauf, daß die überwiegende Mehr­heit der Tierknochenfunde Oberarmbeine (Humeri) bilden, maßen wir außer den Maßen, die von den Für den Ablauf der Ausgrabungen siehe den Aufsatz von ,1. József Szabó in diesem Band. Das Material der Ausgrabungen von Gyula Gazdapusztai in den Jahren 1964-66. 3 MATOLCSI 1968. Driesch 6 vorgeschlagen hatte, auch die distale Tiefe (Td) und die kleinste Tiefe (KT) der Epiphysen und Diaphysen in der sagittalen Ebene der Extremitäten. Die kleinste Tiefe ist besonders bei der Messung der Knochen wichtig, die an den Gelenkköpfen be­schädigt sind. Die geschätzten (Minimal-) Werte der unvollständigen Knochen sind mit einem Sternzeichen (*) markiert. Für die Errechnung der Widerristhöhe fährten wir Regressionsanalyse durch und die gewonnenen Ergeb­nisse hielten wir bei der Signifikanzschwelle P < 0,5 für annehmbar. Die geschätzten Widerristhöhen der Rinder in den Gräberfeldern Obwohl im untersuchten Knochenmaterial mehrere meßbare Stücke vorkamen, bildeten die einzige für statistische Bewertung geeignete Gruppe die Humeri von Rindern. Sie kamen aus vierzig Gräbern zum Vor­schein. Diese Funde gehören nicht nur wegen ihrer möglichen kultischen Bedeutung zu den interessanten Gegenständen in den Gräberfeldern, sondern sie bieten auch eine Möglichkeit die Widerristhöhen von mehreren Individuen zu errechnen. Diese vertreten eine gut bestimmbare Phase der Frühbronzezeit. In der Praxis der Archäozoologie werden bei den Errechnungen von Widerristhöhen die Maßen der Armknochen ziemlich selten verwendet. Weil die proximalen Enden dieser Röhrenknochen ziemlich spät, praktisch im entwickelten Lebensalter sich ver­knöchern (bei modernen Rindern in 3,5-4 Jahren 7 ), sind diese Skeletteile im allgemeinen schlecht erhalten. Auf diese Weise läßt sich die größte Länge bei ihnen nur selten messen. 8 Unter den Röhrenkno­chen der vorderen Extremitäten zeigt das Verhältnis des Oberarmbeines zur Widerristhöhe einen starken 4 MATOLCSI 1968,66-68. 5 BARTOSIEWICZ 1985. 6 DRIESCH 1976. 7 SCHMIED 1972. 8 DRIESCH 1976, 7.

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