Szabó József: Früh- und Mittelbronzezeitliche Gräberfelder von Battonya. (Inventaria Praehistorica Hungariae 8; Budapest, 2000)

Ferenc Szálai: Anthropologische Untersuchung der Skelette und der Reste von Leichenbränden aus den früh- und mittelbronzezeitlichen Gräberfeldern von Battonya

kleinen Fallzahl zeigt diese Teilung eine über­raschende Übereinstimmung mit den Angaben des Gräberfeldteiles, der in den 60er Jahren erschlossen wurde. 23 Hier belief sich die Zahl der unter ihrem 23. Lebensjahr Verstorbenen auf 42,4%. Die Zahl der er­wachsenen Frauen und Männer ist gleich, mit dem Unterschied, daß die Frauen im allgemeinen früher starben. Die nicht eingeäscherten Toten wurden immer in Hockerlage mit gekrümmten Extremitäten bestattet. Ein Teil der Skelette lag auf ihrer rechten, der andere Teil auf ihrer linken Seite im Grab. Der Ausgräber zog Folgerungen für die Zusammenhänge zwischen der verschiedentlichen Seitenlage und dem Geschlecht. Nach seinen Beobachtungen lagen die Männer auf der rechten, die Frauen auf der linken Seite. Es wurde durch die Beigaben, d. h. die den Toten mitgegebenen Gebrauchsgegenständen begründet. Wenn wir die Daten der anthropologischen Bestimmung mit denen der Achäologie vergleichen, bekommen wir die folgenden Ergebnisse. Der Archäologe vermutete in 11 Fällen einen Mann, damit stimmen in 8 Fällen auch die anthropologischen Daten überein. In zwei Fällen konnten wir das männliche Geschlecht wegen des minderwertigen Sexual-Koeffizient nur vermuten (Grab 92, Mat., Sex-Koeffizient +0,25 und Grab 111, Ad., Sex-Koeffizient +0,4). In einem Fall bestimmten wir das junge Indivi­duum wegen der überwiegend weiblichen Merkmale als eine Frau (Grab 116, Juv., Sex-Koeffizient -1.0). Von den 11 Individuen, die vom Archäologe als Frauen bezeichnet wurden, hatten auch wir 9 eindeu­tig als Frauen bestimmt. Das Skelett aus dem Grab 126 ist zur Altersbestimmung zu jung (14-16). Das Individuum im Grab 121 konnten wir wegen den mäßig männlichen Merkmalen (Sex-Koeffizient +0,71) als einen Man bestimmen. Das Erscheinen der Geschlechtsmerkmale auf den Knochen wird von mehreren Faktoren (Wirkung der physischen Arbeit, Lebensalter, typologische Eigen­schaften, Krankheiten, usw.) beeinflußt. In den letzter­wähnten Fällen kann also die anthropologische Bestimmung irrtümlich sein. Auf diese Weise kön­nen wir eine enge Korrelation zwischen der Seitenlage der Skelette und ihres Geschlechts an­nehmen. Bei der Analyse der urzeitlichen Paläopathologie dieser Gegend fand auch Gyula Farkas in seiner zusammenfassenden Arbeit 24 einen signifikanten Zusammenhang zwischen der linken und rechten Seitenlage der Skelette und dem Geschlecht der Bestatteten. Paläopathologische Erscheinungen Auf den Skeletten waren kaum pathologische Än­derungen zu beobachten. Auch die größere Mortalität der jüngeren Individuen kann nicht mit Symptomen einseitiger oder ungenügender Ernährung auf den Knochen erklärt werden. Als Ursache für die höhere Mortalität der jüngeren Generation sollten wir lieber an Infektionskrankheiten in den Kinderjahren denken. In einem einzigen Fall (Grab 86, ad. Frau) kam die Cribroticus-Form der Aufweitung des Orbita-Daches (Cribra orbitalia) (Abb. 5/1) vor. Sie könnte bei einem Zustand auftreten, der mit irgendeiner Blutarmut (Anemie durch Eisenmangel, Hämoglobinopathien, usw.) einhergeht. Kriegsbeschädigungen, verheilte Knochenbrüche oder eine höhere Anzahl von in der Jugend bzw. in den mittleren Lebensjahren verstorbenen Männern sind im Gräberfeld nicht nachzuweisen. Nur in einem Fall (Grab 92, mat. Mann) haben wir die Spur einer Verletzung gesehen. Sie hat die äussere Hülle des Schädels unter der rechten Tuber frontale des Stirn­knochens eingedrückt, heilte aber ohne Entzün­dungskomplikation zu Lebzeiten (Abb. 5/2). Auch die für das ältere Lebensalter kennzeichnen­den sog. „Abwetzungskrankheiten" meldeten sich auf den Knochen in sehr milder Form. Atlantoaxialis arthrosis lag in vier Fällen vor (Grab 83, mat.-sen. Mann; Grab 94, mat.-sen. Frau; Grab 122, mat.-sen. Mann und Grab 131, sen. Mann; Abb. 5/3). Eine mil­dere Form, Stufe I und II von Spondylosis und Spon­dylarthrosis 25 war nur bei 4 Skeletten zu beobachten und interessanterweise nur im Falle von Männern (Grab 83, mat.-sen. Mann; Grab 104, mat. Mann; Grab 122, mat.-sen. Mann; Grab 131, sen. Mann). Beim Skelett des Grabes 82 (mat. Frau) kamen die Spuren von Osteopythosis auf dem Sacrum vor. Arthrosis deformans (degenerative Gelenk-Entartung) ist auf der Clavicula und in distalem radioulnarem Gelenk bei zwei Skeletten zu beobachten (Grab 83, mat.-sen. Mann und Grab 122, Mann). Auf dem Stirnknochen des Grabes 80 (ad. Mann) und auf dem rechten Wandknochen des Grabes 82 (mat. Frau) ist je ein Benignus als niedriger Osteoma imponierender Knochenwulst zu erkennen. Die vermutliche Wirkung der Körperlage auf die Knochen Die ausführliche Untersuchung der Skelettknochen lieferte interessante Angaben über die Lebensweise 23 FARKAS-LIPTÁK 1968. 24 FARKAS 1975. 25 CHAPMAN 1972.

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