Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)

Katalog - Leuchter und Kreuzruße

sehr oberflächlich geformt, Köpfe und Schweife sind gleich. An den Seiten zwischen symmetri­schem Rankenschmuck je zwei Drachenfiguren nach unten blickend, mit bekrallten Füßen und gekerbten Flügeln. Eine dreifache Rippe läuft die Ranken entlang. Am Sockel wurde eine spätere Kerzenleuchter­hülse angebracht, sie hat Zylinderform, in der Mitte und an den beiden Enden des Zylinders ringsumlaufende Rippe, an zwei Seiten je eine rechteckige, darüber je eine runde Durch­brechung. Der Rand ist an einer Stelle heraus­gebrochen, zersprungen, die Kanten smd schartig. Der Kerzenleuchter Fuß ist ein sehr minder­wertiges Gußstück, Details sind kaum erkennbar, die durchbrochenen Teile sind stellenweise mit Guß ausgefüllt. Im Typus stimmt das Stück mit dem - viel feiner ausgeführten - Kerzenleuchter im Hildesheimer Domschatz überein (FALKE­MEYER 1935, Nr. 29). Herkunftsort unbekannt, vom Museum mit der Sammlung Ágoston Szalay gekauft. CZOBOR-SZALAY 1897, 67, T. XIV; FALKE­MEYER 1935, Nr. 41, Abb. 38. 151. KERZENLEUCHTER Abb. 151 Deutsch, zweite Hälfte des 12. Jh. (?) Bronze, gegossen, graviert. H: 7,3 cm, B: 11,8 cm Inv.Nr. 57.12.B. Auf drei Tierfüßen stehende Pyramide, die Sei­ten bildet durchbrochener Rankenschmuck. An den Kanten nach unten kriechende, grob geformte, vierfüßige Tierfiguren, über den Schweifen gekerbte bandartige Umbindung, der Schweif endet in einem senkrecht gekerbten Blatt. Auf den Seiten im Kreis dreifach gerippter, symmetrischer Rankenschmuck mit Blättern an den Enden. Die gravierten Rippen der Ranken­stengel laufen an der Seite der Füße bis zur Sohle. In der Mitte sind alle drei Seiten brüchig. Es handelt sich um ein sehr minderwertiges Gußstück, die durchbrochenen Teile sind an vielen Stellen mit Metall ausgefüllt. Auf der Innenseite gibt es an mehreren Stellen Ergän­zungen der Guß form. Die Form des Stückes stimmt mit der des Kerzenleuchterfußes im Londoner Victoria and Albert Museum nahezu überein (FALKE-MEYER 1935, Nr. 39, Abb. 37.) Herkunftsort unbekannt, aus dem alten Material des Museums neu inventarisiert. Nicht publiziert. 152. FRAGMENT EINES LEUCHTERS Abb. 152 Rhein-Maas-Gebiet, Mitte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet, versilbert, einst tauschiert. H: 6,5 cm Inv.Nr. 1902.42.26. Einer der Füße eines großen Leuchters, drachen­förmig, neben dem Kopf beiderseitig sich stützende, krallige Füße. Die Oberfläche der nahezu senkrecht nach oben gerichteten Flügel ist versilbert und zeigt das Gefieder andeutende Schuppen und gerade, gravierte Linien. Über den Flügeln ein plastisch geformter, aufwärts blickender Löwenkopf mit gravierter, lockiger Mähne. Von den Flügeln des Drachens geht beiderseitig ein bandartiger Streifen aus, in der Mitte heute bereits fehlende Tauschierung. Oben ist die Bruchfläche zum Teil abgeschliffen. Die dicke Feuervergoldung ist nur an den erhabenen Teilen abgewetzt. Die außerordentlich niveauvolle Formung und die technische Lösung des Fragments, sowie seine Abmessungen lassen darauf schließen, daß es von emem Leuchter stammt, der dem im Stuttgarter Württembergischen Landesmuseum befindlichen, großen Leuchter (FALKE-MEYER Nr. 196, Abb. 161) ähnlich war. Identisch ist der den Drachen darstellende Fuß und über ihm eine andere, plastische, und der unten vom Fuß ausgehende ­den pyramidenförmigen Sockel umsäumende ­intarsierte Streifen. (Die Intarsierung fehlt auch am Stuttgarter Exemplar.) Herkunftsort unbekannt, vom Museum aus dem Nachlaß des Pfarrers (und Sammlers) Miháldy aus Bakonyszentlászló, mit sonstigen, verschieden alten Gegenständen zusammen erworben. Nicht publiziert. 153. KERZENLEUCHTERFRAGMENT Abb. 153 Deutsch, 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert. H: 2,7 cm, B: 2,7 cm Inv.Nr. 1912.108.80. Nodus eines romanischen Kerzenleuchters, als selbständiges Stück gegossen. Unten und oben je ein glattes Ringglied, an der Seite eine durch­brochene, wellige Ranke mit sich zurück­wendendem, dreifingrigem Blattschmuck. Auf der Ranke doppelte, gravierte Linienverzierung, auch die Blattaderung ist graviert. DerNodus war Teil eines auf drei Füßen stehenden Kerzen­leuchters mit durchbrochenem Sockel. Die einzelnen Teile des Leuchters waren aus gesondert gegossenen Stücken zusammengestellt.

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