Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)
Katalog - Gegenstände aus Limoges und örtliche Nachahmungen
mit sechs Nietnägeln befestigt. Am unteren und oberen Rand je ein schmaler, vergoldeter Streifen mit gravierter, doppelter Strichellinie. Auf der Seite des Körpers in runden Feldern vier Kreuze, deren Arme in Lilien enden, die Arme sind mit blauer, roter und weißer Emaille verziert, der Hintergrund ist vergoldet und trägt dichte Punktreihen. Zwischen den Medaillons auf dunkelblauem Emailegrund vergoldetes Rankenmuster. Der Deckel fehlt. In die Mitte der Bodenplatte ist nachträglich mit Weichlötung eine kurze Messingröhre befestigt worden, die Stelle des gelenkigen Verschlusses des Deckels wurde durch eine Messingplatte ersetzt. Laut der Publikation aus dem Jahre 1902 gelangte die Hostienbüchse zum Kelch umgearbeitet ins Museum, der Fuß wurde wahrscheinlich bereits hier entfernt. Herkunftsort unbekannt, aus dem alten Material des Museums erneut inventarisiert. MNM 1902, 38; KOVÁCS 1968, 24, Abb. 36. 138. FLASCHE Abb. 138 Limoges, Mitte des 13. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet, emailliert. H: 15,4 cm, Dm: 6,7 cm Inv. Nr. 57.22.B. Das unten kugelförmige Gefäß mit langem Hals ist aus zwei Stücken zusammengeschweißt. Aus den an der Stelle der Zusammenfügung am Hals, am Bauch und in der Mitte des Fußteils befindlichen Löchern zu schließen dürfte die als Öl- oder Meßweinbehälter verwendete Flasche ursprünglich ein Krug mit Fuß, Henkel und Ausguß gewesen sein. Auf dem Bauch in je einem runden Medaillon Halbfiguren von Engeln mit erhobenen Flügeln und Glorie, mit gravierter Innenzeichnung. Die Oberfläche des Gefäßes ist mit einem durch waagerechte Streifen gegliederten Rankenmuster bedeckt, der Hintergrund ist mit Emaille ausgefüllt. Auf dem langen Hals ein Ring, darunter und darüber Reihen von Dreiecken, der Mundsaum des Gefäßes ist etwas nach außen gebogen. Die Vergoldung ist vollständig abgewetzt, von der Emailverzierung sind nur wenige blaue und grüne Spuren vorhanden. Am Boden mehrere Bruchlöcher. Herkunftsort unbekannt, aus dem alten Material des Museums neu inventarisiert. BÁRÁNYNÉ-OBERSCHALL o.J. 584; KOVÁCS 1968, 24, Abb. 31. 139. FRAGMENT EINER FLASCHE Abb. 139 Limoges, Mitte des 13. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet, emailliert. H: 12,6 cm, B: 7 cm Inv.Nr. 1914.23.3. Von dem aus zwei Stücken zusammengefügt gewesenen Gefäß ist nur die Hälfte des Körpers erhalten, der obere Teil des Halses ist abgebrochen. Auf der Schulter des Gefäßes am Rande auf beiden Seiten die Hälften je ehies Loches, ähnlich auch am Boden des Gefäßes, die Spuren der Anfügung des Fußes, des Henkels und der Ausgußröhre. Auf dem Gefaßbauch in rundem Medaillon die Halbfigur eines Engels mit Glorie und erhobenen Flügeln. Neben dem Medaillon in S-Form gewundene, blättrige Ranken. Auf der Schulter der Flasche waagerechter Streifen mit emer Reihe von Dreiecken, am Hals aus Rauten bestehendes Netzmuster. Auf dem breiten Ring am Hals ein mit gravierten Kreisen ausgefüllter Gürtel. Die Emailverzierung ist vollständig ausgebröckelt, Vergoldung ist nur in Spuren erhalten. Herkunftsort unbekannt, das Museum kaufte das Objekt von einem Kunsthändler. KÖZLEMÉNYEK (Mitteilungen) 1916, 51. 140. KERZENLEUCHTERFRAGMENT Abb. 140 Limoges, 14. Jh. Bronze, gegossen, vergoldet, emailliert. H: 11,5 cm Inv.Nr. 55.387.C. Reisc-Kerzenleuchter mit drei Füßen, die übereinander gedreht werden können. Die geschweiften Füße sind aus dickem Blech, haben nach unten zu kleiner werdende Dreiccksgliederung und enden in fein gearbeiteten Drachenköpfen. Auf ihren Oberseiten je drei Wappenschilder mit stilisierten Wappen, die einst mit Emaille ausgefüllt waren. Die Wappen sind überwiegend einfache, schräg gespaltene Schilder. Im obersten Schild eines Fußes eine Lilie, im mittleren Schild eines anderen eine Bastei mit drei Tünnen; hier ist die den Hintergrund ausfüllende rote Emaille erhalten geblieben. An die Füße ist der schlanke vierseitige, stabförmige Griff angenietet, dessen Seite eine senkrechte, gravierte Wellenlinie ziert. Der kleine Nodus hat die Fonn eines doppelten Pyramidenstumpfes und trägt unten und oben je ehie Rippe. Von dem sich über dem Nodus fortsetzenden Griff ist ein kurzer Stumpf erhalten. Der Kerzenleuchter ist abgewetzt, Vergoldung ist fleckenweise vorhanden, ein großer Teil der Emailverzierung der Füße ist ausgebröckelt. Ein fast identisch, wohlerhaltenes Stück, auf dem hohen Griff mit zwei Nodus, oben mit einem Tropfenauffangteller und Dorn ist publiziert: