RÉVHELYI ELEMÉR: A TATAI MAJOLIKA TÖRTÉNETE / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 8. (Budapest, 1941)

Tartalomjegyzék - INHALTSVERZEICHNIS - VII. Die Markierung der Tataer Majolikagegen-stände und ihre mit Aufschriften versehenen Denkmäler

- 131 — zen Signaturen, neben ihm gearbeitet hat, be­hielt er seine Markierung bei bis zu seinem Tod im Jahre 1791. Im Gegensatz zu Holies mit seiner Ma­lergarde arbeiteten in der Tataer Fabrik mei­stens nur ein-zwei und manchmal drei Maler auf einmal. Eine wesentlichere, mit anderen Buchstaben zusammengezogene Markierung war nicht notwendig und die abweichende Farbe, das Hinzumalen eines Punktes oder einer Ziffer genügte, um ihre Arbeit zu unter­scheiden. Neben der kobaltblauen Markierung erschien erst zur Zeit der Witwe Hermann um 1777 von neuem das T in schwarzer Bemalung. Die Änderung hängt mit der Einführung eines neuen Geistes, eines neuen Stils zusammen und dies ist, wie wir angedeutet haben, nur durch die 1777 erfolgte Niederlassung Radieis zu erklären. Diese schwarze Signatur war ein Vierteljahrhundert lang die bekannteste Marke der Fabrik Auf drei Vierteln des uns erhalte­nen Materials begegnen wir diesen Marken. Sie bezeichnen die Blütezeit des Betriebs, d. h. die Epoche, in der die mannigfaltigsten, schön­sten Stücke aus der Fabrik hervorgingen Neben der unermüdlichen, begeisterten organisatori­schen Arbeit von Witwe Hermann trug zwei­fellos auch die Tätigkeit Radieis in Tata viel zum Aufschwung der Fabrik bei. Sein Eintritt bedeutet also tatsächlich eine neue Epoche in der Dekoration der Tataer Erzeugnisse und diese Veränderung kam auch in der Gestalt und Farbe des Buchstabens T zum Ausdruck, indem sie weiterhin, auch zur Zeit der Leitung durch das Ehepaar Schlögl, den Ruhm der Fab­rik verkündete. Dieses schwarze T scheint nicht immer rein schwarz, es hat vielmehr sehr oft durch Beimengung dunkler Manganfarbe bald eine lila, bald eine blaugraue Nuance erhalten. Die neue Buchstabenform ist sehr abwechslungs­reich, denn sie wurde etwa 27 Jahre lang ge­braucht. Béla Majláth hat in seinem Werke von den 42 verschiedenen Tataer Signaturen, die er gesammelt hat die Form von beiläufig 32 schwarz gezeichneten T Buchstaben veröf­fentlicht. 8 Dies bedeutet aber bei weitem nicht, dass die Fabrik während dieser mehr als 25 Jahre so vielerlei Signaturen gehabt hätte, denn wenn man haarkleine Abweichungen berück­sichtigt, so könnte man die Zahl auf weit über 8 Majláth B.: Agyagiparunk történetéből. (Archaeo­logiai közlemények. 1879. XIII. Jahrg.) S. 40. 100 erhöhen. Das Auftragen der mit der Hand und spitzem Pinsel gemalten Buchstabenform konnte nämlich von derselben Hand nicht im­mer gleichmässig gelingen und deshalb sind die Striche des Buchstabens bald gerade, bald geschwungen und seine Enden spitz, stumpf oder rundlich. Die dabei vorkommenden Ände­rungen hingen zum grossen Teil von der Hand­fertigkeit sowie von Qualität und Gebrauch des Pinsels ab. Unsererseits können wir die Er­scheinungsformen der Buchstaben schwarzer Markierung in fünf charakteristische Typen ein­reihen. Die Abweichungen haben keine beson­dere Bedeutung. Am Schlüsse unseres Werkes geben wir eine Übersichtstafel, in der wir die häufiger vorkommenden Varianten in der ent­sprechenden Gruppe der Haupttypen darstellen. Es wäre jedoch schwer, die Mannigfaltig­keit der schwarzen Buchstabenformen inner­halb des Zeitraums von 27 Jahren zu einer auch nur annähernden Zeitbestimmung zu be­nutzen, denn auch die Markierungen von Er­zeugnissen, die mit der selben Jahreszahl be­zeichnet sind, weichen von einander ab. Wir können es also nicht unternehmen zu versu­chen, auf Grund dieser Veränderungen die Zeit zu bestimmen, da wir nicht wissen, in welcher Reihe sie einander folgen. Als Stützpunkte kön­nen einzig und allein die seltener vorkommen­den, mit Jahreszahl signierten Gegenstände und deren Stil dienen. Unter den Markierungen mit schwarzem T kennen wir auch zwei solche Stücke, ein Weihwasserbecken und einen mit einer Ähren­garbe und Blumen geschmückten Teller mit durchbrochenem Rande, deren Bemalung vom Handzeichen Radieis abweicht und unter dem T ein der Ziffer 2 ähnliches Zeichen aufweist (J). In Anbetracht dessen, dass wir bisher nur von zwei Stücken wissen, was beweist, dass sie selten vorkommen, können wir ihre Be­inalung nur mit dem Namen Emanuel Modets in Zusammenhang bringen, der im Jahre 1791 neben Radiel eingeteilt und nur ein halbes Jahr in Tata tätig war. Für diese Zeit zeugt ihr Schmuck und der unter der Wirkung des har­ten Materials verfertigte durchbrochene Rand. Mit dem Tode Radieis, besser gesagt mit seiner Erblindung, hörte die schwarze Markie­rung auf und, wie ein mit Jahreszahl bezeich­neter Zunfthumpen bestätigt, ist auch schon im Jahr 1802 neuerdings die Markierung in blauer Farbe im Verkehr. Aber jetzt kommt sie nicht

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