RÉVHELYI ELEMÉR: A TATAI MAJOLIKA TÖRTÉNETE / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 8. (Budapest, 1941)

Tartalomjegyzék - INHALTSVERZEICHNIS - VII. Die Markierung der Tataer Majolikagegen-stände und ihre mit Aufschriften versehenen Denkmäler

- 132 — mehr in kobaltblauer Farbe, sondern in einem Indigoblau vor. das um eine Nuance dunkler ist. Diese dunkelblau markierten Stücke verra­ten auch in ihrem Ausseren ihre spätere Entstehung, denn in ihrer Gestalt und in ihrer Dekoration zeigt sich schon eine neu­ere Richtung, Vereinfachung. Dieses Verein­fachen bezeugt aber nicht immer den neuen Richtungswechsel, den Geist des Klassizis­mus, sondern es bedeutet den Niedergang, was sich besonders stark in der Ausführung der Dekoration zeigt. Die Markierung gelangte plump in einem grossen Flecken, fast grob auf die Gefässe, bald mit dem Punkte, bald ohne ihn. Ihr Maler war der Sohn des erblindeten Johann Radiel, Jakob Radiel, der von den acht­ziger Jahren an sozusagen bis zum Aufhören der Fabrik als einziger Maler in Tata tätig war. Aus den 30-er Jahren des XIX. Jahrhun­derts, also schon unter den in der Fabrik M. A. Fischers hergestellten Gefässen finden sich ebenfalls solche mit Markierung in kobaltblauer Farbe und in diesem Falle tatsächlich mit einer Verknüpfung der Buchstaben T und F (T). Diese Markierung als „Tatai Fabrika" oder „Totischer-Fabrik" zu deuten wäre jedoch ebenso ein Fehler wie bei Erzeugnissen des XVIII. Jahrhunderts die Zufälle, die aus kleineren Fehlern im Malen oder in der Technik ent­standen. Um nämlich die Zukunft seiner Fab­rik zu sichern, übernahm Fischer die bei der Kundschaft schon gut bekannte Marke T (Tata) der eingestellten Majolikafabrik und verknüpfte diese nach Art eines Monogramms mit dem Anfangsbuchstaben seines Namens (Fischer) F. Die letzte T-Marke der eingestellten Majo­likafabrik war in blauer Farbe auf die Gegen­stände gemalt worden. Fischers neue Steingut­und Fayencefabrik übernahm also als Fortset­zung ebenso die Markierung in blauer Farbe auf ihren Erzeugnissen, zeigte aber im Anfangs­buchstaben zugleich auch den Namen des neu­en Eigentümers an. Der Grundbuchstabe ihrer Schutzmarke wich insofern von den älteren traditionellen Markierungen ab, als er mit sei­ner geradlinigen regelmässigen Gestalt der Buchstabenform der Antiqua näher steht. Im Gegensatz zu den ziemlich mannigfa­chen und verwickelten Markierungen von Ho­lies zeigen also die Schutzmarken der Tataer Fabrik verhältnismässig wenig Abwechslung. Das Erkennen der Erzeugnisse verursacht keine besondere Schwierigkeit, wenn wir Buchstaben­formen und Farbe der einfachen Markierung kennen. Ungelöste Probleme in der Frage der Signatur, wie bei Holies, gibt es hier nicht. Wenn bisher auch verschiedentliche Erklärun­gen und Annahmen bestanden, so sind diese nur durch die Irrtümer der Literatur in das all­gemeine Bewusstsein übertragen worden. Es darf nicht vergessen werden, dass die Entwik­Iung der Tataer Fabrik gleichmässig, ihr Geist einheitlich war, was vor allem der fast halb­hundertjährigen Leitung durch die Familie Her­mann zu danken war. Ihr mit der Arbeit des Betriebs verschmolzenes arbeitsam-puritanes Leben hielt selbst in der Frage der Markierung streng an den Traditionen fest. An Tatas einst berühmtes Kunstgewerbe erinnern seine heute nur in geringer Zahl erhaltenen Zeugnisse mit ihrer einfachen Marke mit dem Buchstaben T, indem sie ihre Schöpfer verschweigen. Doch stolz künden sie den Namen jener Stadt, die mit ihrer tausendjährigen Vergangenheit und Kultur sich unter unseren Städten hoch erhebt. Wenn wir von Tataer Majolika sprechen, so verstehen wir darunter immer die Erzeug­nisse der Gründung des XVIII. Jahrhunderts. Die spätere, richtiger gesagt die neuzeitliche Gründung, Fischers Steingut- und Fayence- spä­ter Ofenfabrik, gehört deshalb streng genommen nicht in den Kreis unserer Studie. Lediglich zur Ergänzung der kurz skizzierten Geschichte der späteren Fabriksgründung geben wir auf unse­rer Übersichtstafel auch die Markierungen der Fabrik Fischer. Auf ihren Fabrikaten sind die Buchstabenformen regelmässig, sie kommen in der obenerwähnten monogrammartigen Verknüp­fung in blauer Farbe, selten aber auch schwarz vor. Auf den in Tata bemalten Gefässen der He­render Porzellanfabrik finden wir neben der He­render Marke mit dem Wappen ebenfalls in blauer Farbe, aber ohne den Anfangsbuchsta­ben des Namens Fischer, das alleinstehende T. Auf die Porzellangegenstände Desider Fischers kamen die monogrammartig geschriebenen gros­sen Anfangsbuchstaben seines Namens in blau­er oder roter Schrift. Zur Markierung der Stein­gutgefässe wurde ein ein- oder zweireihiger Stem­pel benützt, gewöhnlich mit gleichzeitiger An­gabe von Namen und Ort, möglicherweise un­ter Weglassung des einen. Ausser dem Stil und der Fabriksmarke ver­weisen vereinzelt auch datenhafte Bezeichnun­gen, wie Jahreszahlen oder die Namen von Per­sonen, die zur Fabrik oder zu Tata in Bezie­hung standen, auf den Tataer Ursprung und die Entstehungszeit der Stücke. Mit diesen Gegen-

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