RÉVHELYI ELEMÉR: A TATAI MAJOLIKA TÖRTÉNETE / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 8. (Budapest, 1941)
Tartalomjegyzék - INHALTSVERZEICHNIS - V. Verfall und Einstellung der Fabrik (1820—1824)
- 120wurde auch in der Frage der Fabrikation die Entscheidung gefällt. Da die Herrschaft sieht, dass Pasteiners Vertragverlängerungen nicht im Interesse der Fabrikation stehen, und dass er die Pacht des Fabriksgebäudes und die Ausnützung der Einrichtung nur für sich selbst sichern will, verständigt sie den Bittsteller „falls der Fabrikant und sein Gesellschafter, der Jude Fischer (worauf ihre bisher vorgeführten Erzeugnisse hoffen lassen) bestrebt sind, die Fabrik zu grösserer Vervollkommnung zu bringen, so wird hier die Tätigkeit eines anderen Fabrikanten nicht gestattet, umso eher, als die sowohl vom Fabrikanten als von seinem Gesellschafter auf die Fabrik verwandten Kosten erst nach langjähriger Bemühung eingebracht werden können. Demzufolge wird dem Bittsteller nicht gestattet, einen anderen Fabrikanten in das Haus aufzunehmen." 1 3 Pasteiner verstand sich nicht auf die Majolikafabrikation, er konnte also die Fabrik nicht weiter unter seinem Namen aufrechterhalten. Da das alte eingerichtete Gebäude auch kein sachverständiger Fachmann weiterhin in Pacht nehmen konnte, musste im Sinne des Verbots 1 3 Gr. Esterhäzysches Arch. Protoc. (Inv. Nr. 61.) Nr. 688. die berühmte Tataer Majolikafabrik im Jahre 1824 ihren Betrieb einstellen. Die Werkstätten des verwaisten Fabriksgebäudes wurden leer und stumm, das Leben erstarb in ihnen. 66 Jahre waren verflossen seit der ersten Gründung, seit 1758. Drei Epochen hatten einander abgelöst, in drei verschiedenen Heimstätten. Sebastian Pfeiffer war der erste Leiter der Fabrik, Vincenz Stingl der letzte. Ungefähr 60 Jahre waren in kampfreicher Arbeit verflossen, und davon hatten fast ein halbes Jahrhundert hindurch die zarten Hände von zwei Frauen, der Mutter und ihrer Tochter, eine der grössten Fayencefabriken Ungarns geleitet. Ihre seelische Hingabe, ihre unermüdliche Tätigkeit, ihr verfeinerter Geschmack, ihr unerschütterlicher Wille hat den Grund zum Ruhm der Fabrik gelegt. In der Hand der Nachkommen, Pasteiner und der Erben schlössen sich endgültig die Tore des letzten Heimes der Fabrik, die im ganzen Lande berühmt war. 1824 legte zwar in Tata unter einem neuen Dache und mit neuer Leitung Moses Aron Fischer den Grund zu einer neuen Steingütfabrik, aber diese war keine Fortsetzung des einstigen altberühmten Industrieunternehmens, und als Betrieb neuer Richtung hatte sie mit ihrem alten Vorgänger nichts gemein.